Mega-Projekte

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Re: Mega-Projekte

Beitragvon alanya_fuchs » 10. Feb 2018, 14:06

walteranamur hat geschrieben: es ist ja auch in Deutschland nicht verboten, einen Flughafen im Dreischichtbetrieb zu bauen, glaube ich.


Das stimmt, nur im Dreischichtbetrieb wird wie viel Personal benötigt? Wo soll das herkommen und wohin damit nach dem Bau?
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Jade » 10. Feb 2018, 16:02

alanya_fuchs hat geschrieben:Das stimmt, nur im Dreischichtbetrieb wird wie viel Personal benötigt? Wo soll das herkommen und wohin damit nach dem Bau?


Zeitarbeiter? Befristete Arbeitsverträge?
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon alanya_fuchs » 10. Feb 2018, 16:44

Jade hat geschrieben:Zeitarbeiter? Befristete Arbeitsverträge?


Die Fragezeichen sind berechtigt. Dann befasse dich mal mit dem Arbeitsmarkt. Wohlgemerkt keine Hilfskräfte, sondern Facharbeiter bei "nur" 2,5 Mio gemeldeten Arbeitsuchenden.
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon yolcu » 10. Feb 2018, 20:00

Chrissi hat geschrieben:Ja,
in der Türkei geht sowas weil die Arbeitsbedingungen "moderner Sklaverei" entsprechen.

Jetzt denke mal bitte darüber nach ob Deine schweizer Lobhudelei damit vereinbar / vergleichbar wäre... ;)


Grüezi Chrissi. Ich möchte mal gerne wissen wo Dein Hass auf die Schweizer herkommt und was das jetzt auch noch mit der Türkei zu tun hat. Anscheinend bin ich jetzt auch noch für Dich ein rotes Tuch nur weil ich mit Schweizern anscheinend andere(überwiegend gute) Erfahrungen gemacht habe wird mir von Dir Lobhudelei unterstellt.
Zudem sind die regulären Arbeitsverhältnisse in der Tr nicht mit moderner Sklaverei zu vergleichen.
Zum Weiteren werden bei diesen Projekten auch ausländische Firmen beauftragt.
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Chrissi » 10. Feb 2018, 20:08

Wenn eine Visa-Liberalisierung zustande käme würden türkische Fachkräfte Mega-Projekte in D realisieren...

Sicherlich auch zu problematischen Bedingungen aber günstiger bei türkischem Mindestlohn 1400 TL. ;)

Zum Arbeitsmarkt in D siehe:

www.youtube.com Video From : www.youtube.com
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon yolcu » 10. Feb 2018, 20:43

Also würde ein Arbeitnehmer (auch ein türkischer Arbeitnehmer) der nach deutschem Recht in D arbeitet bei einem Mindestlohn von ca. 9,5 Euro/Std. im Monat bei 21 Arbeitstagen und einem 8 Stunden Tag brutto 1595 Euro verdienen. Nach einem 25%igem Abschlag von Sozial VS usw. bleiben Netto 1197 Euro.
Ein türkischer Arbeitnehmer bekommt als Mindestlohn derzeit 1404 TL netto.

Wenn wir das mal vergleichen kann sich der in Arbeitnehmer in D genauso wenig oder mehr Leisten mit dem Mindestlohn als ein Arbeitnehmer in der TR.mit seinem Mindestlohn.
Es ist beides zu wenig zum normalem Leben sowohl in der TR wie in D.

Es hat alles 2 Seiten die man erst betrachten sollte.
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Reyhan » 10. Feb 2018, 20:56

Wer ausser mir noch die "Beiträge zur Schweiz" sucht : unter Bundestagswahlkampf 2017 zu finden !

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Re: Mega-Projekte

Beitragvon yolcu » 10. Feb 2018, 21:16

Beslira hat geschrieben:Der Unterschied in den Baugeschwindigkeiten liegt nicht nur an den unterschiedlichen Finanzierungsarten sondern auch an den unterschiedlichen Bauvorschriften. Ich denke der Berliner Flughafen wäre in der Türkei schon seit 6 Jahren in Betrieb.

Beslira


Bauen fängt mit Baugenehmigungsverfahren in D an die anschliessend ausgeschrieben mögliche(Bewerber) Bauunternehmen finden soll. Deren Erstellungsverfahren von Seiten der Auftraggeber zeitlich eingeschränkt werden und von Seiten des Unternehmers deshalb genauestens kalkuliert werden müssen. Nun kommen Umwelt und Tierschützer bei derlei Projekten aus der Deckung heraus(verhindern teilweise Bauverfahren über Jahre) oder Bauveränderungeingaben von Seiten der Behörden werden abgegeben.
Sogar Kleinigkeiten die z.Bsp. der Brandschutzbeauftragte nachträglich feststellt(Fehlt ein Platz für einen Feuerlöscher) können zu Planungsänderungen und Zeitverzögerungen führen. Einsprucheingaben durch Unterschriftensammlungen von Anrainern des Projektes können das Projekt auch erst mal wieder lahm legen. Prozesse die geführt werden wegen Nichtigkeiten Schadenersatzforderungen verhindern häufig auch den Baubetrieb.
So mancher Bauunternehmer wird dadurch in die Knie gehen und Konkurs anmelden so wie wir gerade im Flughafenprojekt Berlin gesehen haben. Über Vorteilsleistungen jeglicher Art zugunsten irgendwelcher Behörden möchte ich mich hier nicht auslassen.
Dies ist Projektbau in D. Wenn jeder was zu Kack..............hat und in der Lage ist dadurch Bauverzögerungs und Planungsveränderungen herbei zu führen, brauchen wir uns in D nicht wundern das da nix läuft.
Das ist auch ein politisches Versagen unserer demokratischen?? Parteien die lieber teure Gutachten einholen um sich um die Verantwortung einer pragmatischen Entscheidung zu drücken.
Dies alles ist im politischem Alltag in der TR wenig ausgeprägt und man kommt unverschämt schnell zu pragmatischen Entscheidungen und deren Umsetzung wie wir erleben.
Wer nun was besser findet überlasse ich der persönlichen Einstellung des Lesers. :roll:
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Reyhan » 10. Feb 2018, 21:31

EU will Rosine picken. Die Rosine wehrt sich aber und das gefällt der EU nicht.


Der ist ja niedlich ! Mir würde da auch was zu einfallen , also eher umgedreht, aber da wir hier bei den Mega-Projekten und nicht bei Türkei -Schweiz sind , lass ich das mal lieber , bevor das ausartet.

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Re: Mega-Projekte

Beitragvon yolcu » 10. Feb 2018, 21:54

Meeresentsalzungsprojekte werden schon angeschoben und sicherlich bald realisiert.
Diese gewaltigen Projekte konzentrieren sich fast nur auf eine einzelne Megastadt die an 2 Stellen neu aufgebaut werden muss da es kaum möglich ist in der jetzigen Stadtsituation mit den immens vielen nicht erdbebenunsicheren Häusern grundsätzliche Renovierungs und erbebensicherungbedingte Fundamente wie Statik einzubringen.
Diese Vergabe jener Megaprojekte an Firmen die sich durch eine zeitliche Nutzung die Kosten und zusätzliche Gewinne herausholen wollen ist rein wirtschaftlich erstmal vernünftig. Wenn man die Aktionäre die in viele Projekte Geld investierten aber nicht mehr zufriedenstellen kann werden natürlich so wie Walterananmur ausführte, die Kosten auf die Nutzer umverteilt.
Was ich zusätzlich bedenklich finde ist: Hat man sich auch darüber Gedanken gemacht was eine Brücke,Tunnel, Autobahn,Kanal nach Ablauf der Nutzungszeit durch Hersteller an Wartung und Reparaturen kosten wird???
Die Verträge laufen aus zu einer Zeit in der vom natürlichen Verschleiss solcher Projekte erst richtig die Kosten beginnen.
Es bleibt dann eigentlich nichts weiter übrig um den Staat aus der Pflicht zu nehmen sämtliche Projekte an interessierte Betreiber wieder auf Zeit zu verkaufen. Was das die Nutzer kostet sehen wir in anderen europäischen Ländern in denen auch so verfahren wurde.
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon yolcu » 10. Feb 2018, 22:09

santiago hat geschrieben:
yolcu hat geschrieben:
Grüezi Chrissi. Ich möchte mal gerne wissen wo Dein Hass auf die Schweizer herkommt und was das jetzt auch noch mit der Türkei zu tun hat.


Über dem muss man als Schweizer stehen. Alle dürfen die Meinung äussern.

Kürzlich auch Macron am WEF in Davos.
Es kam wieder der abgedroschene Spruch der Schweizerischen Rosinen-Pickerei.
Dazu habe ich in einem auslänischen Kommentar gelesen:
EU will Rosine picken. Die Rosine wehrt sich aber und das gefällt der EU nicht.

Man kann sich auch mal die Zahlen der Importe und Exporte Schweiz - EU anschauen.
Die Schweiz importiert aus der EU weit aus mehr, als sie in die EU exportiert.


Hei Santiago
Ich bin kein Schweizer aber ich lebe im Grenzgebiet. Bei uns gibt es genau so viele CH Kennzeichen wie D Kennzeichen. Wir wohnen , leben und feiern miteinander. Grenzübergreifend wird geholfen wo es nötig ist.
Wir können froh sein das wir den Schweizer zum Nachbarn haben und als Badenser sind wir kulturell auch nicht weit vom Nordschweizer entfernt. Das einzige was den Deutschen hier ab und zu ärgert ist das bei uns im Grenzgebiet sämtliche Preise (ob Immobilien oder Alltagsbedarf) sich langsam den CH Preisen anpassen. Da nun der Deutsche wesentlich weniger verdient als der Schweizer führt das manchmal zu Unmut. Daran ist bei näherer Betrachtung aber nicht der Schweizer schuld sondern es ist die Gier der deutschen Firmen die sich auf CH Einkommen ausrichten.
Nun Schluss mit CH und weiter im Mega Bereich ;)
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 10. Feb 2018, 22:57

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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 11. Feb 2018, 10:51

Erdogan hat einem weiteren Projekt "zugestimmt". Nach einem Gespräch mit dem neuen Bürgermeister von Ankara hat Erdogan verfügt, dass ein neues, riesiges Messeglände in der Nähe des Flughafens Esenboga gebaut werden soll. Neue Ausschreibung und möglichst schneller Baubeginn.

Hier im Film
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Beslira » 11. Feb 2018, 12:38

Es wiederholt sich fast alles - für die Türkei hoffe ich nur, dass es etwas anders endet.

Zum Thema Mega-Projekte

Wer kann sich noch an die Welthauptstadt Germania erinnern?

Große und kleine Despoten haben eine gewisse Bauwut damit sie nicht vergessen werden. Und der Vorteil während ihrer Regentschaft muss nicht auf so banale Dinge wie Bürger- oder Eigentumsrechte Rücksicht genommen werden. Auch Krötenwanderwege oder Vogelnester spielen da keine große Rolle.

Bild

1938 konnte man 500 km Autobahn in einem Jahr bauen. Für die gleiche Strecke braucht man heute 20 Jahre.

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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Reyhan » 11. Feb 2018, 13:49

neues, riesiges Messeglände in der Nähe des Flughafens Esenboga gebaut werden soll.


Messen ? Da fallen mir aber noch andere Verwendungsmöglichkeiten ein !!

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