Mega-Projekte

Hier hat so ziemlich alles Platz - aber keine politischen Themen und Debatten

Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 11. Jan 2011, 09:59

Es wird Zeit , dazu ein eigenesThema zu öffnen. Wöchentlich erfaehrt man Neues über Grossprojekte, welche angegangen werden sollen und es macht ganz den Anschein, dass diese auch umgesetzt werden.
Das neueste Projekt:

Yeni İstanbul:

Auf 75 km2 soll eine völlig neue Stadt, in welcher 2,9 Mio Menschen wohnen und tagsüber 3,54 Mio Menschen leben und arbeiten errichtet werden. Eine so genannte Zukunftsstudie der Universitaet Michigan bildet die Grundlagen für diese Planung. Dabei sollen modernste Umwelt- und Recycling-Technologien zum Einsatz kommen und rund die Haelfte der Flaeche dieser Stadt sollen Parks sein. Als Standort ist vorgesehen die Schwarzmeerküste.

Aus dem Milliyet

Nur Gefasel? Nein, mit Sicherheit nicht, aber die Dimension ist schon gigantisch. Eine neue Millionenstadt aus dem Nichts.

Dass da mehr dahintersteckt belegt folgende Meldung:

Derzeit verhandelt Erdoğan in Begleitung von rund 350 Geschaeftsleuten in Katar und Kuwait über anstehende Mega-Projekte in den Emiraten und der Türkei. Dabei wird an rund 250 Thementischen verhandelt und es seien über 4000 Gespraeche angesetzt. Es gehe dabei um ein Gesamtvolumen von 280 Mia Dollar.

Quelle Hürriyet
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon beldibi » 11. Jan 2011, 10:34

Hoffentlich wird dabei nicht an der Erdbebensicherheit gespart .

gruß beldibi
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 17. Mär 2011, 20:40

auch heute wird wieder darüber berichtet. Laut Milliyet soll es ein Ziel Erdoğans sein, dass diese neue Stadt am 29. Oktober 2023, also zum 100-Jahr Jubilaeum der Türkei, offiziell fertiggestellt und eröffnet werde.

Gebaut werden soll in allen Baustilen der Türkei, Antike und Moderne vereint.... Ein Disneyland?

aus dem Milliyet
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon wil » 27. Apr 2011, 14:03

Wird es nun wirklich gebaut , der zweite Bosporus ?

Ich habe im alten Forum schon mal davon berichtet.

Heute ausführlich in der Hürriyet.

Wenn ich mir die Bildergalerie ansehe , so scheint es AKP Veranstaltung gewesen zu sein .

Wahlkampf ick hör dir trapsen ....
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 27. Apr 2011, 15:53

Ja, es ist offensichtlich so, dass die "Studien" zu diesem Projekt erst nach den Wahlen begonnen werden, obwohl man offenbar seit mehr als zwei Jahren daran herumstudiert.

Klingt toll, das Projekt. Allerdings: Ein 150 Meter breiter, rund 50 Kilometer langer Kanal dürfte die Schiffe in etwelche Schwierigkeiten bringen, denn ohne Strömung wird es hier nicht abgehen.

Bis zu den Wahlen sind es noch 6 Wochen... Sicherlich werden noch weitere solche Megaprojekte folgen. Über eines hat Erdoğan noch nicht gesprochen. Das Schwarzmeer-Akdeniz Kanalprojekt. Dort soll getunnelt werden....

Hier eine Übersichtsskizze des von Erdoğan vorgestellten "Kanal-Projektes" in İstanbul. Dazu gehören neue Staedte, ein Flughafen mit einer Jahreskapazitaet von 50 Mio Passagieren.. usw.

Bild
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 27. Apr 2011, 16:13

Anzufügen ist natürlich noch eine Frage von viel bedeutenderem Gewicht. Wenn der Westteil İstanbuls eine İnsel werden sollte: Wohin gehört sie denn??? Nach Asien oder nach Europa??

:1244: :ach_geh: :auslachen:


Oder muss das gar als politisches Zeichen für ein Abrücken von Europa gedeutet werden?? Dieses Projekt ist ökologisch absolut unsinnig, ganz abgesehen vom Bedarf an neuen Brücken (und neuen Wegzöllen) und der Frage, wie man den Verkehr von "der İnsel" in den Rest der Türkei bringt.

So gesehen ist die Frage europaeisch oder nicht eher ironischer Art..

:jjj: :kicherer:
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Re: Mega-Projekte: Schon Eçevit...

Beitragvon walteranamur » 27. Apr 2011, 17:23

..soll 1994 dieses Projekt angedacht haben. Quelle

Damit eröffnen sich völlig neue Perspektiven für dessen Realisierung (Achtung İronie)

Wie an anderer Stelle berichtet, sollen für Projekte, welche VOR 1993 angedacht wurden, Umweltvertraeglchkeitsprüfungen hinfaellig sein. Dies der Beschluss des Parlamentes vor einigen Wochen..

Es geht also nur noch darum, das "Andenken" des Projektes durch Ecevit etwas zurückzudatieren, dann kann man morgen mit dem Graben des Kanals beginnen... :cherrysmilies148:
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon wil » 27. Apr 2011, 21:29

Hat die Türkei kein anderes Thema ? :haarerauf:
Schaut euch mal die Internetausgaben der Zeitungen an - überall ist der "Kanal" das Thema .

Aber nicht nur ein Bericht pro Zeitung , sondern mehrere Artikel pro Zeitung ..

Das sagt mal wieder einiges über das Niveau des Landes und seiner Politik und der Berichterstattung ....

Zum Schluss :
Wer der türkischen Sprache maechtig ist :

Ein Video
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 28. Apr 2011, 05:20

Supervideo, wil !!! Erfrischend dabei ist , dass offenbar tatsaechlich Nischen bestehen, in denen man diesen türkischen Wahlkampf auch ad absurdum führen kann..

Zum Medienecho. Ich galaube, dieses ist nicht so, wie es sich Erdoğan erhofft hat. Ja, die Zeitungen sind zwar voll, doch überwiegen die kritischen und warnenden Stimmen. Ich werde dazu einige wichtige Aussagen separat zusammentragen.
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 28. Apr 2011, 06:59

Grossbaustelle Türkei

Bild


İm Laufe der letzten Monate und Wochen wurden in der Türkei eine Reihe von Grossprojekten vorgestellt, welches jedes für sich schon als grosse Herausforderung bewertet werden kann:

- Gründung von zwei neuen Grossstaedten um İstanbul
- 3. Bosporus-Brücke mit Fahrbahn und Eisenbahntrasse
- 3. Grossflughafen mit einer Jahreskapazitaet von 50 Mio Passagieren.
- Tunnelprojekt unter dem Bosporus, bereits begonnen, aber irgendwie ins Stocken geraten.
- Völlig neues Hafenprojekt in İzmir, welches unter die 10 grössten Kreuzfahrtdestinationen vorstossen will.
- Gesamtplanung und Realisierung eines neuen, riesigen Hafens in der Stadt-İstanbul
- İstanbul-İzmir 600 km Schnellstrassenprojekt mit Brücke über eine grosse Marmara-Bucht.
- Über 1000 Projekte für weitere kleinere, mittlere, aber auch grosse Staudaemme
- Planung von 3 AKW's, wobei 2 Standorte bereits feststehen.
- Kanal İstanbul, das neueste Projekt, welches die Regierung gestern vorgestellt hat. Eine neue 50 Killometer lange Kanalverbindung zwischen dem Schwarzen Meer und dem Marmarameer, welches den Bosporus von gefaehrlichen Schiffstransporten entlasten soll. Damit würde der europaeische Teil İstanbuls nach der Vorstellung der Planer zu einer Art İnsel
- Bau von weiteren 15 000 Kilometer Autobahnen in der Zeit von 2011-2023.
- Ausbau des Hochgeschwindigkeitsnetzes auch in den Osten der Türkei.


Diesen Riesen-Projekten ist gemeinsam, dass sie, obwohl mit riesigem Tempo und Terminvorgaben angekündigt, letztlich alle auf das Jahr 2023 (den 100. Jahrestag der Republikgründung) hinzielen. Dann soll die "neue" Türkei in vollstem Glanze erstrahlen und die Kraft, welche das alles bewerkstelligt hat, will die seit 8 Jahren regierende AKP sein. Auch im Jahre 2023.

Kritik:

İmmer lauter werden die Stimmen, welche vor diesem Gigantismus und massivsten Eingriffen in die Umwelt zu warnen beginnen. Dabei handelt es sich in erster Linie um türkische Fachverbaende, welche nirgendwo in Beratungen einbezogen werden und beispielsweise in Sachen Stadtentwicklung İstanbul oder Schaffung von Staudaemmen allergrösste Bedenken haben. Das betrifft sowohl die Schaffung von neuen Satelitenstaedten um İstanbul, wie das nun vorgestelte Kanal-İstanbul-Projekt. Die Hauptargumente:

-Jede neue Stadtgründung in der Agglomeration bringt noch mehr Menschen in den eh schon überforderten Grossraum und vor allem ins Zentrum İstanbuls
- Land-Stadtflucht geht weiter
- Kanal İstanbul veraendert die Strömungsverhaeltnisse im Marmarameer um İstanbul. Das Wasser zirkuliert nicht mehr und die Wasserverschmutzung um İstanbul steigt.
- Die letzten grünen Oasen um İstanbul werden durch diesen Kanal aufgeschnitten und in Kürze auch bebaut werden. Die Folgen für die Mega-Stadt İstanbul werden als gravierend bezeichnet.
-250 000 BRT-Schiffe durch einen 150 Meter breiten Felskanal zu leiten wird als nautisch hochproblematisch bewertet.
- Die geschaffenen und noch geplanten Staudaemme veraendern das Mikroklima in den Regionen, was wiederum gravierende Auswirkungen für die Landwirtschaft, aber auch den Wasserhaushalt der höher gelegenen Dörfer hat, da deren Quellen auf Grund der generellen Erwaermung und mangelnden Schnees zu versiegen drohen.
-Ein in aller Eile durchgedrücktes Gesetz der Regierung ermöglicht es, alle diese Grossprojekte ohne die im Gesetze eigentlich vorgesehene Umweltvertraeglichkeitsprüfung anzugehen.


Finanzierung:

Die Realisierung all dieser prestigetraechtigen Projekte erfordert İnvestitionen im mittleren dreistelligen Milliardenbereich. Wie kann die Türkei dies innert 10 Jahren stemmen?

Das Zauberwort heisst "yap-işlet", baue und betreibe. Konkret sieht dies so aus, dass Auftraege ausgeschrieben und nach bester Offerte vergeben werden. Die Firma, welche den Zuschlag erhaelt, hat anschliessend das Recht, diese Anlage oder Autobahn usw. über eine bestimmte Laufzeit selbst zu betreiben und mittels Gebühren zu refinanzieren. Vielfach sind es also die Firmen, welche für die Finanzierung besorgt sein müssen. Der Staat stellt lediglich Projekt und Rahmenbedingungen (Land) zur Verfügung und partizipiert am Erfolg über die Steuern. Nach Ablauf der Betriebslaufzeit wird dann das Objekt neu ausgeschrieben und meistbietend vergeben. Das bringt dann Geld in die Staatskasse.

Das alles ist nicht unproblematisch, wie man beispielsweise an einem der ersten Modelle verfolgen kann. Die deutsche FRAPORT hat für den Gesamtbetrieb des Flughafens Antalya 1 + 2 bis zum Jahre 2026 2,3 Mia € hingeblaettert und zwar cash. Das will refinanziert sein und die Aktionaere möchten ja auch noch einen Gewinn sehen. Fazit: Einer der Hauptkritikpunkte von Touristen an der Türkei ist die Abzocke auf dem Flughafen Antalya, welcher in den regelmaessigen Urlauberumfragen wegen der Preispolitik ganz unten durch muss. Es ist also der Verbraucher, welcher diese doppelte Gewinnabführung zum Staat und zum Betreiber letztlich berappen muss. Klagen an die lokalen Behörden sind sinnlos:"Wir haben keine Einflussmöglichkeit auf die Preisgestaltung in den Restaurants und Shops des Flughafens."

Ein weiteres Beispiel: Das geplante AKW Akkuyu, welches ohne öffentliche Ausschreibung an die halbstaatliche russische Firma Rosatom vergeben wurde. Diese wird für umgerechnet 20 Milliarden US-Dollar, den Bau vorfinanzieren. Auch das will ja wieder refinanziert sein. Die Firma ist 15 Jahre von Steuern befreit und führt nachher 20% des Gewinnes an den türkischen Staat ab. Entsorgung der Nuklearabfaelle in Russland. İnteressant ist aber folgende Tatsache: Der türkische Staat verpflichtet sich, einen erheblichen Anteil des Stromes aus den geplanten 4 Reaktoren zum Preise von 12,3 k/W cent abzunehmen und ins türkische Stromnetz einzuspeisen. Andere Quellen sprechen von 10 Cent/kW) Rosatom produziert hingegen in Russland das Kilowatt Atomstrom für 4 Cent... Es wird also wieder der Verbraucher sein, welche den weltweit teuersten Atomstrom zu bezahlen haben wird. Dass Geologen den Standort Akkuyu vehement ablehen, da sich auch hier eine bekannte Erdbebenspalte befindet sei nur am Rande erwaent.. und wo keine UVP erforderlich, da droht auch diese Kritik nicht durchzıudringen.

So stellt sich bei dieser Gesamtthematik zum Schluss eine ganz wichtige Frage: Werden die Verbraucher und das sind zum grossen Teil natürlich die Türken selbst, in der Lage sein, die ihnen aufgeschulterten Refinanzierungskosten für diese Megainvestitionen im Laufe der kommenden 30 Jahre zu stemmen? Wie wirken sich diese zusaetzlich zu erwartenden Gebühren zu Land, zu Wasser und aus der Steckdose auf die Verbraucher- und somit Lebenshaltungskosten aus?
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon wil » 28. Apr 2011, 08:41

Die meisten der Megaprojekte beziehen sich auf Istanbul .

Zunaechst mal zum "Kanal" :
Der Bosporus muss entlastet werden , dass ist ein Fakt . Das Verkehrsaufkommen ist zu hoch , die Grenze des vertretbaren Schiffsverkehrs auf der meistbefahrenen Wasserstrasse der Erde laengst erreicht .
Ich vergleiche dies mit einer Diskussion , welche beim Bau von Umgehungsstrassen geführt wird .
Sollen die LKW/ Gefahrguttransporte durchs Ortszentrum donnern , oder mittels Umgehungsstrasse aus dem Zentrum ferngehalten werden ?
Also Tanker weiterhin durchs Zentrum schippern oder nicht ?
Ein Kanal haette sicherlich negative Einflüsse auf die Umwelt , aber was ist die Alternative ?
Es gilt abzuwaegen .
Ich tendiere zu einem Kanalbau .


Die geplanten Grossstaedte im Raum Istanbul :
Halte ich für Nonsens . Nicht nur weitere Verstaerkung der Landflucht , sondern weitere Belastung des jetzt schon hoffnungslos überlasteten Grossraum Istanbul .
Und wenn man sich mal die "Raender" von Istanbul anschaut .
Es gibt dort schon Satellitenstaedte .Nur mal bezogen auf europaeische Seite :
Ziel war es zb , dass Bahçeşehir , Büyükçekmece ,Kemerburgaz etc eigene Zentren werden .
Nun es gibt dort Freizeitangebote etc .
Dennoch pendeln die Menschen taeglich zur Arbeit ins Zentrum Istanbuls bzw auch für Freizeitaktivitaeten .

Es sollte in Zentralanatolien ein neues Zentrum enstehen . Mit Unis , Sonderzonen um Industrie / Wirtschaft anzulocken .
Und warum soll die Staatsbank unbedingt nach Istanbul verlegt werden ?
Ins neue anatolische Zentrum , das waere was !
Dann würden die anderen grossen Banken folgen ( müssen ) .

Flughafen für Istanbul :
Wie sieht es mit der Verkehrsanbindung aus ?
Wer "im Bauch von Istanbul " lebt , der benötigt je nach Verkehr 1-2 Stunden , um zu einer der beiden Flughaefen zu gelangen .
Und zum dritten ?



Atatürk Flughafen ist an seiner Grenze .Da er inzwischen von Wohngebieten "umzingelt" ist kann er auch nicht mehr erweitert werden .
Macht diesen Flughafen für nationalen Flugverkehr und Charter , und Sabiha Gökçen ( da ist noch viel freies Land ) zum Grossflughafen .
Und warum bekommt jedes Dorf in der Türkei einen Flughafen , der Wirtschaftsstandort Bursa nicht ?
Flughafen von Bursa ist Istanbul ........

Des weiteren Tunnel , Brücken , Schnellstrassen :
Das führt nur zur weiteren Staerkung des Individualverkehrs .
Öffentlicher Personenverkehr - das ist der Schlüssel .
Wenn man sieht , wie schlecht es um diesen in Istanbul bestellt ist , da gibt es jede Menge Handlungsbedarf .
Wenn nicht unterirdisch , weil zu teuer bzw zu viele Baustopps wegen antiker Fund , dann eben oberirdisch .
Ganz einfach : Erst mal auf jeder Schnellstrasse zwei Spuren wegnehmen und ort Tramgleise legen .
Und von mir aus Strassenbahnen mit 1. und 2. Klasse .Dann könten Anzugstraeger , welche nicht neben Lastentraeger stehen möchten , vielleicht die Strassenbahn für sich entdecken .
Ausserdem :
Zusaetzlich Expresslinien , welche nur an zentralen Punkten halten .
Dann Abschaffung der Minibusse , welche überall halten .
Oder zumindest sollten die Minbusse nicht Strecken befahren , welche von den Stadtbussen bedient werden .

Hafen Istanbul :
Alle Jahre wieder - Galataport....

Hafen in Izmir :
Abwarten , wenn nach der Wahl weiterhin CHP in Izmir dominiert , ob Ankara ( sprich AKP ) dort investiert .

Staudaemme :
Die Türkei in Zukunft eine Anhaeufung von Binnenseen ? Gibt es bald keine Taeler mehr ?

AKW :
Zu AKW haben wir ja schon anderen Themenstrang im Forum .
Deshalb hier nur kurz - wer heutzutage keine AKWs hat , der sollte froh sein .
Und wie sieht wohl die "türkische" atomare Endlagerung aus ??????


Zur Finanzierung :

Ich halte es nicht nur aus wirschaftlichen Gründen - "Preis zahlt der Verbraucher " - für bedenklich , wenn der Staat Leistungen der Daseinsvorsorge mehr und mehr Privaten überlaesst .
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon Ruth » 28. Apr 2011, 12:35

Hallo Walter und Wil

Ich finde Eure Artikel und Argumente sehr interessant; v.a. gefällt mir die Idee von einer geplanten zentralanatolischen Stadt oder evt. auch mehreren Städten. Das wäre dann auch ein Schritt Richtung Osten bzw. könnte auf längere Sicht auch der Entwicklung im Osten dienen.

Gesamthaft wird mir bei diesem Gigantismus regelrecht schwindlig; ich hoffe sehr, dass sich die (meisten) Planungen als Sturm im Wasserglas herausstellen.

Noch zur Finanzierung: Vermutlich würden wieder viele dieser Bauprojekte (Nutzung etc.)vom Ausland "gekauft" und wie da die Folgen längerfristig aussehen, kann ich nicht beurteilen. Vermutlich fehlen dann irgendwann der Türkei die Einnahmen.

Noch zum Schluss: Was ganz erschreckend ist, dass mit einem neuen Gesetz die Umweltverträglichkeitsprüfungen ausgehebelt wird ... und das in der heutigen Zeit! Ich befürchte sehr, dass viele Beteiligte sich eine goldene Nase an diesen Projekten verdienen und deshalb agieren im Sinn von: Nach mir die Sintflut.

Gruss Ruth
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Re: Mega-Projekte: Noch ein Projekt...

Beitragvon walteranamur » 28. Apr 2011, 12:48

Angesichts der Flut von Grossprojekten haben sich nun auch die Türkischzyprioten gemeldet. Sie wünschen eine Strassenverbindung an der engsten Stelle. Das waere dann Zypern Anamur... Mit dem Verweis, dass dies ein Glanzpunkt für das Jubilaeumsjahr 2023 werden könnte, wollen sie wohl darüber hinwegsehen, dass das Meer zwischen Zypern und der Südküste der Türkei bis zu 1600 Meter tief ist...

@wil: Zentrumsverlagerung. Ja, das waere sicher angebracht und war wohl auch einer der Hauptbeweggründe Atatürks, als er Ankara zur Hauptstadt machte. Offenbar ist jedoch der Graben Ost-West weiterhin so tief, dass man sich im "Westen" wohler fühlt.

Zu Bursa: Da gibt es doch einen Flughafen 50 Kilometer von Bursa entfernt. Wie stark der angeflogen wird weiss ich allerdings nicht..
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon wil » 28. Apr 2011, 13:26

Hallo Walter ,
Flughafen Bursa hat kaum Flüge .
:hallo3:
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Re: Mega-Projekte

Beitragvon walteranamur » 28. Apr 2011, 16:01

Hallo wil

da scheint jedoch nicht der Flughafen, sondern die Rentabilitaet respektive Auslastung der Flüge das Problem zu sein. Der Flughafen verfügt über 2 Pisten a 3000 Meter, hat internationalen Status. Und an den Gebaeuden kann es auch kaum liegen. Der Bildergalerie nach zu schliessen, ist zumindest waehrend der Hatsch etwas los...

Bursa Yenişehir Havaalanı Sivil-Askeri YEI LTBR 40°15′K, 29°33′D 0100 m 3000 m/3000 m 45 m/30 m 2000 56 km
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