Wirtschaft

Hier hat so ziemlich alles Platz - aber keine politischen Themen und Debatten

Re: Wirtschaft

Beitragvon alanya_fuchs » 23. Nov 2017, 10:30

Dann gibt es wieder solche Berichte, die nicht unbedingt negativ sind.

Türkische Lira auf Rekordtief zum Euro - Ausfallrisiko der Türkei-Anleihen sinkt

Auch die Inflation, die für 2017 auf rund zehn Prozent geschätzt wird, sollte in dem islamischen Land laut Hettler bereits den Höhepunkt hinter sich gelassen haben. Denn obwohl Präsident Recep Tayyip Erdogan sich selbst als „Feind“ von Zinsen bezeichnet und die Kreditkosten in der Türkei als zu hoch gebrandmarkt hat, verschärfte die Notenbank ihre geldpolitische Ausrichtung „durch die Hintertür“.
Wer angesichts der zunehmenden politischen Konflikte glaubt, dass das Ausfallrisiko für türkische Staatsanleihen in der Vergangenheit gestiegen ist, irrt. Lediglich 1,89 Prozent sind derzeit bei fünf Jahren Laufzeit jährlich zu zahlen. Der Wert liegt deutlich unterhalb des Durchschnitts der vergangenen sechs Monate in Höhe von 2,2 Prozent. Auf einem ähnlichen Niveau wie das Land am Bosporus liegen Portugal (1,75 Prozent) und Russland (1,68 Prozent).

http://www.handelsblatt.com/finanzen/ma ... 012-2.html

Zur Zeit gibt es für 10jährige türkische Anleihen 12,6 %.
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Re: Wirtschaft

Beitragvon walteranamur » 23. Nov 2017, 14:05

Ja, da werden wieder mal die Heuschrecken gefüttert. Gleichzeitig gab es gerade im Handelsblatt mehrere kritische Beiträge (Bilanzen - Inflation), welche eigentlich einen derartigen Werbebeitrag selbstredend verbieten.

Im Inland schlechte Meldung. GENPOWER Jeneratör, eine der großen Firmen mit Sitz in Ankara hat Konkurs angemeldet. Sie lag noch vor wenigen Jahren auf Platz 95 der 500 grössten türkischen Firmen.
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Re: Wirtschaft

Beitragvon alanya_fuchs » 24. Nov 2017, 11:36

Angebliche Schieflage - Hat sich die EWE in der Türkei verzockt?

Am Freitag soll ein Krisentreffen beim Oldenburger Energieversorger anstehen. Ist es ein routinemäßiges Management-Treffen – oder schrillen die Alarmglocken wegen einer 150 Millionen Euro hohen Risikorückstellung?
https://www.nwzonline.de/wirtschaft/old ... 20731.html
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Re: Wirtschaft

Beitragvon Beslira » 24. Nov 2017, 13:22

alanya_fuchs hat geschrieben:Angebliche Schieflage - Hat sich die EWE in der Türkei verzockt?



Scheint wohl so zu sein.... :o

Auch der Verfall der Lira sei ein Problem.


Wohl das Hauptproblem. EWE kauft das Gas in US-Dollar auf dem Weltmarkt ein und verkauft es für "Spielgeld" an seine Kunden in der Türkei.

Noch interessant im Artikel:

Im Zuge der vom türkischen Präsidenten ausgerufenen „Säuberungswelle“ nach dem Putschversuch wurde auch eine zweistellige Zahl von Mitarbeitern türkischer EWE-Tochtergesellschaften, zumeist Führungskräfte, aus ihren Ämtern gedrängt.


Also nicht nur Staatsbedienstete und Journalisten....auch Manager wurden entlassen. Es grenzt tatsächlich an ein Wunder, dass in der Türkei überhaupt noch etwas funktioniert.

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Re: Wirtschaft

Beitragvon Beslira » 26. Nov 2017, 12:38

Was der Preis für türkische Haselnüsse mit dem Preis von Nutella zu tun hat

Die Türkei produziert 70 Prozent aller Haselnüsse weltweit. Die Nüsse stecken in Schweizer Schokolade und Nutella. Wenn wie jetzt die Preise dramatisch fallen, wird das zum Thema für Staatspräsident Erdogan.

mehr

Ein etwas längerer Artikel über Haselnüsse, Wirtschaft, Landwirtschaft und Erschliessung neuer Einnahmequellen weil die Haselnuss alleine nicht mehr reicht.

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Re: Wirtschaft

Beitragvon Ruth » 26. Nov 2017, 14:01

.... weil die Haselnuss alleine nicht mehr reicht.

Das Problem liegt auch darin, dass in der Türkei pro Anbaufläche viel weniger produziert wird als beispielsweise in andern Ländern wie Italien, Spanien etc. Anders ausgedrückt: Es fehlt auch an entsprechender landwirtschaftlicher Schulung. Und da wären wir (wieder) beim Bildungswesen.

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Re: Wirtschaft

Beitragvon dorschkopf » 26. Nov 2017, 20:25

Ruth hat geschrieben:.... weil die Haselnuss alleine nicht mehr reicht.

Das Problem liegt auch darin, dass in der Türkei pro Anbaufläche viel weniger produziert wird als beispielsweise in andern Ländern wie Italien, Spanien etc. Anders ausgedrückt: Es fehlt auch an entsprechender landwirtschaftlicher Schulung. Und da wären wir (wieder) beim Bildungswesen.

Ruth

So sehe ich es auch. Der Bildungsstand kann sich ja auch in Zukunft nicht verbessern, weil der "Führer" ja tausende
Lehrer und Professoren entlassen, oder eingesperrt hat.
Gruß Werner
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Re: Wirtschaft

Beitragvon Beslira » 11. Dez 2017, 13:15

.....es geht wohl tatsächlich wieder aufwärts.....freut mich für die Türken der Opposition... ;)

Türkische Wirtschaft verdoppelte Wachstum

Das Bruttoinlandsprodukt der Türkei lag zwischen Juli und September um 11,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor.

Die türkische Wirtschaft ist im dritten Quartal so kräftig wie seit sechs Jahren nicht mehr gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) lag zwischen Juli und September um 11,1 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistikamt am Montag mitteilte. Ökonomen waren von 10 Prozent ausgegangen. Damit hat sich das Wachstum im Vergleich zur ersten Jahreshälfte mehr als verdoppelt.

[.....]

Im Gesamtjahr 2017 dürfte das Schwellenland nach den Worten von Entwicklungsminister Lutfi Elvan zwischen 6 und 7 Prozent wachsen, wie er dem Sender AHaber sagte. Die Weltbank geht bisher von 4 Prozent aus.

Quelle

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Re: Wirtschaft

Beitragvon walteranamur » 12. Dez 2017, 15:08

Nun bringe man all diese Zahlenbeigerei mit den Kursentwicklungen in Verbindung. Zum richtigen Zeitpunkt den richtigen TL-Dollarkurs und dann kommen solche Bilanzen. Die Dollarschuldner freut es auch, im Moment können sie ihre fälligen Zinsen und Schulden zu einem vorteilhafteren Kurs begleichen.

Dafür kann man schon einige Mia. Dollar aus der Merkez Bankasi oder dem Varligi Fonu einsetzen....

Aufschlussreich ist das hier.
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Re: Wirtschaft

Beitragvon walteranamur » 13. Dez 2017, 21:39

Hier nun der nächste Baustein zum Thema Wechselkurse und Auswirkungen für die Wirtschaft:



Özel sektörün yurt dışından sağladığı uzun vadeli kredi borcu ekim sonunda 2016 yıl sonuna göre 14.3 milyar dolar artarak 217.1 milyar dolara yükseldi.


Im Vergeich zum Vorjahr sind die Auslandschulden des Privatsektors um 14,3 Mia Dollar auf 217,1 Mia Dollar gestiegen.

Bild


51,2 % dieser Schulden stammen von Finanzinstituten, der Rest von Privatunternehmen ohne Finanzdienstleistungen.

59,5 % dieser Schulden basieren auf Dollar, 34,2% in € und 4,6% in TL

Daneben gibt es kurzfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 18,2 Mia Dollar. In Währungen: 51,5 % Dollar, 27,2% € und 21,2% in TL
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Re: Wirtschaft

Beitragvon walteranamur » 14. Dez 2017, 10:19

Passt irgendwie zu gegenwärtigen Situation: Eine ziemlich breite öffentliche Diskussion, ob Bitcoin eine Ersatz- oder Zusatzwährung für die Türkei sein könnte, um sich von der Dollarabhängigkeit zu befreien.

Bild


D der ie Minister raten zwar ab, doch sind es die Zeitungen, welche mit den "Erfolgsgeschichten" der Bitcoin-Pioniere den Menschen den Mund wässrig machen.
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Re: Wirtschaft

Beitragvon alanya_fuchs » 14. Dez 2017, 11:00

Ich höre die Bitcoin-Blase bereits knistern, also ist sie kurz vor dem großen "Peng". Die Geldgierigen werden einfach nie schlau.
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Re: Wirtschaft

Beitragvon alanya_fuchs » 14. Dez 2017, 20:22

Erdogan befiehlt, die Zentralbank kuscht

Konjunkturprogramme auf Pump lassen die türkische Wirtschaft boomen – und die Inflation förmlich explodieren. Höhere Zinsen könnten helfen. Doch Erdogan verhindert das mit abenteuerlichen Begründungen.
Präsident Erdogan hatte schon vor einigen Tagen klar gemacht, was er sich wünscht: Keine Zinserhöhung. Er garnierte das mit einer eigenen, neuen ökonomischen Erkenntnis. „Es ist unmöglich, dass die Inflation in einem Land mit hohen Zinsen sinkt“, sagte er.
https://www.welt.de/wirtschaft/article1 ... uscht.html

...und sofort verliert die Lira am Nachmittag 1,52%
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Re: Wirtschaft: Initiative gegen Arbeitslosigkeit

Beitragvon walteranamur » 14. Dez 2017, 20:37

Erdogan heute an einer Unternehmerkonferenz:

"Önümüzdeki yıl 3 ve daha az çalışanı olan işletmelerimizin sağladıkları her ek istihdam için ödedikleri primlerin her bir ayını biz ödeyeceğiz. Esnaflarımıza, küçük işletmelerimize bir ay senden, bir ay bizden diyeceğiz."


Im nächsten Jahr werden alle Unternehmer mit 3 und weniger Arbeitsplätzen für die Schaffung eines jedes zusätzlichen Arbeitsplatzes wie folgt belohnt: Jeden zweiten Monaten werden die Sozialversichungsprämien pro zusätzlichen Arbeitsplatz von uns übernommen.

Die kommenden Wahlen lassen grüßen.

Außerdem: Junge Erwachsene im Alter zwischen 18-25 Jahren, welche eine vertragliche Arbeit aufnehmen, bleiben weiterhin im Besitze des Grünen Passeports (hususi damgalı pasaport). Früher ist dieser mit Aufnahme einer Tätigkeit erloschen.

Gefunden im Hürriyet
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Re: Wirtschaft

Beitragvon walteranamur » 16. Dez 2017, 15:21

Die folgende Tabelle kennt ihr langsam. In regelmäßigen Abständen publiziert turizm güncel die Firmen, welche vom Finanzamt Stundung der fälligen Gebühren erhalten.

Nach all den Erfolgs- und Rekordmeldungen in Sachen THY erstaunt es, dass die Firma bezüglich Gebühren mit 2,5 Mia Dollar in der Kreide steht... Wie kann man da gleichzeitig Gewinn ausweisen - oder kann man es deswegen?

Die Tabelle, unten im Beitrag
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