Bauarbeiten an der D-400

Erwaehnenswertes aus Anamur und dem Dorf Çataloluk, in welchem wir wohnen.

Re: Bauarbeiten an der D-400

Beitragvon walteranamur » 6. Dez 2017, 13:53

Der Verkehrsminister hat wieder mal gesprochen:


MERSİN-Antalya ARASI 4 SAAT
Türkiye'nin en önemli iki turizm kenti Antalya ve Mersin'i 8 saat yerine 4 saate yakın bir sürede birbirine bağlayacak olan 'Akdeniz Sahil Yolu'ndaki çalışmaların da hızla sürdüğünü ifade eden Kalkınma Bakanı Lütfi Elvan "Bu proje sayesinde Antalya-Mersin arası 40 kilometre kısaldı. Mersin'den Antalya'ya kadar 34 adet tünel olacak. Bu tünellerden 27'si Mersin sınırlarında. 9 tünel adet tünel trafiğe açıldı, Melleç tüneli ve viyadüğü de tamamlandı ve yakında hizmete açılacak" diye konuştu.



Gleichzeitig kommt der inzwischen durch 10-jährigen Gebrauch abgelutschte Spruch, das Akdeniz-Autobahnprojekt ermögliche es, in 4 Stunden von Mersin nach Antalya zu fahren... Wer genauer liest, findet herraus, dass von 27 Tunneln auf dem Gebiet der Provinz Mersin bisher 9 in Betrieb sind.

Dann nehme man mal die Stoppuhr und fahre im September tagsüber von Alanya nach Antalya. Da gibt es ja eigentlich keine Baustellen mehr. Mit dem Bus direkt 3 Stunden... Mit dem Auto knapp 2, dann Alanya-Anamur unter 90 Minuten nicht zu schaffen. Das wäre die halbe Strecke. Bleibt also noch eine halbe Stunde für Anamur-Mersin. Ein Sommer- und Wintermärchen .... Denn alleine Metro braucht auf der ausgebauten Autobahn von Silifke nach Mersin 2 Stunden.
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Re: Bauarbeiten an der D-400

Beitragvon Ruth » 6. Dez 2017, 18:55

Im Jahr 2003 fuhr ich das erste Mal per "Akdeniz Seyahat" von Sorgun (Manavgat) nach Mersin. Ich hatte überschlagen, dass wir die ca. 400 km in rund sechs Stunden schaffen würden. Als ich das Billet löste, fragte ich am Schalter, wie lang die Fahrt wohl dauere. Die Antwort lautete: Acht Stunden. Ich dachte: Der übertreibt ja masslos :?

Am nächsten Tag um 9 Uhr starteten wir und erreichten Mersin nach zehn Stunden um 19 Uhr :o An besondere Hindernisse mag ich mich übrigens nicht erinnern. Unser durchschnittliche Geschwindigkeit betrug also ca. 40 km/h.

https://www.google.ch/search?q=distanz+ ... e&ie=UTF-8

Antalya - Mersin: Die vier Stunden erscheinen mir schon sehr hypothetisch-futuristisch.

Zwischenzeitlich schaff(t)en die Busse die Strecke Side bis Kizkalesi (knapp 350 km) in sechs oder sieben Stunden. Die Zwischenhalte fallen dabei vielleicht mit max. einer Stunde ins Gewicht.

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Re: Bauarbeiten an der D-400

Beitragvon Chrissi » 7. Dez 2017, 01:33

Hallo,
ich war auch viel per Bus im Lande unterwegs und habe sehr unterschiedliche Erfahrungen gesammelt:

Bus ab Antalya-Aksu nach Alanya-Gazipasa braucht viel mehr Zeit wenn er leer ist...
Wenn ein Überlandbus voll ist hält er nicht mehr wenn Leute an der Strasse winken. ;) sondern nur an buchungsbedingten Otogar wo Leute mit Tickets zusteigen müssen.

Das habe ich auch andersrum ab Gazipasa erlebt, wenn ein Bus leer ist kriecht er über die D400 in der Hoffnung noch irgendeinen Passagier auflesen zu können. Da kann eine Fahrt nach Alanya auch 1 Stunde dauern.

Ist aber ein lukratives Zusatzgeschäft für Fahrer / Personal :) da ohne Quittung :cherrysmilies110:
Wenn man die Lage versteht plant man halt "landestypisch".
Es gibt ja immerhin Wasser, Kaffee, Tee, Cola, Fanta ... gratis im Bus. :cherrysmilies130:
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Re: Bauarbeiten an der D-400

Beitragvon Ursy » 14. Dez 2017, 20:41

Auch in Antalya gibt es Bauarbeiten. Die Strandstrasse ist stadteinwärts aufgehoben sprich aufgerissen. Ebenso die Strandpromenade. Es wird eine neue Tramlinie erstellt die bis zum Liman, Tünektepe Seilbahn, Frauenstrand und Kreuzfahrtschiffhafen gehen soll. Ob die D400 nur noch 2 spurig mit Gegenverkehr bleibt weiss ich nicht.
Es gibt jetzt auch eine neue Strasse von Uncali zum Kent Orman sprich zur Denizli Korkutelli Strasse. So kann man von Kemer kommend die Stadt Antalya umfahren.

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LG Ursy
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Re: Mellec offiziell Tourismuszone

Beitragvon walteranamur » 29. Dez 2017, 20:47

Heute wurde in den Lokalzeitungen berichtet, dass Mellec nun offiziell Tourismuszone sei und das Auge der "internationalen Investoren" sich auf Anamur richte.

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Alle, welche die D-400 Alanya-Mersin schon gefahren sind, kennen den Ort. Es handelt sich um die einzige Bucht zwischen Kaledran und Anamur, welche man auf der alten Straße direkt anfährt. Mellec liegt knapp 25 Kilometer westlich von Anamur und wir haben im Zuge der Bauarbeiten für den großen Viadukt bereits darüber berichtet.

Laut Zeitungsbericht soll das Gebiet 25 ha betragen, nördlich begrenzt durch den Viadukt. Das ist aber noch nicht alles:

Was auf der Karte als Karatas vermerkt ist, war früher die alte Jandarma. Ein Felsklumpen, zum Meer hin abfallend und wenn es stürmt, in Gischt gehüllt. Die grau schraffierte Fläche ist Karstfelsen, teils im Wasser, teils freiliegend. Auch hier: Bei mittlerem Wellengang 100% Verletzungsrisiko und zwar nachhaltig, weil es da auch noch viele Seeigel gibt. Bei Südost-, Süd- und Südwestwind treibt es die Wellen in die Bucht, entstehen gefährliche Strömungen, welche vom Lande weg gehen. Bei Nordwind, treibt es dich direkt ins Meer hinaus. Ein ideales Tourismusplätzchen... und ja: Trotz allem war Mellec unser Geheimtipp, aber ein nur zu Fuß erreichbarer Strand 1 km östlich der Tourismuszone, gegen Norden geschützt durch eine Felswand. Genial. Da konnte man im Oktober/November noch richt durchgegrillt werden....

Die Bucht selbst ist ebenfalls recht bescheiden, kein Sand und der Meeresgrund mit größeren Steinen belegt. Da in der Nähe ein Fluss - mit sehr viel Dreck aus den Dörfern - einfließt, sind die Steine sehr glitschig. Das "Flüsschen" hat es in sich. Dieses halbiert dieses ausgeschiedene Tourismusgebiet. Wenn es denn in den Bergen mal richtig regnet, kommt da ein Wasser runter, rumpeln da Steine mit, dass es eine Freude ist, kommt das Erdreich der frisch gepflügten Äcker mit, sodass die ganze Bucht zwei drei Tage braun ist, bis sich das alles als Schlick absetzt. Ich bin jetzt schon gespannt, wie man das dämmen will.

Links und rechts ist 1. derece sit alan, grün eingezeichnet. Dürfte also auch nicht für Wassersport genutzt werden. Dort liegen zwei traumhafte Strände, aber nur vom Meer her zugänglich.

Ich bin also gespannt, welcher tollkühne Investor aus der großen weiten Welt Mellec zum schillernden Tourismusstern umzubauen gedenkt. Ausreichend Strom , Wasserversorgung, Kanalisation usw. - alles Fehlanzeige. Sicherlich wird dies ebenfalls der Investor zu bewerkstelligen haben.

Na wenigstens ist man nicht ganz ab der Welt - über die Köpfe führt ja die Autobahnbrücke.

Neugierig bin ich, was mit den beiden Restaurants-Pensionen und den Häusern entlang der Straße passiert. Das werde ich jedoch erfahren. Ich gehe mal von Enteignung aus, da irgendwann mal 2B, dann kam ein seltsamer Tapu,

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Re: Bauarbeiten an der D-400

Beitragvon walteranamur » 29. Dez 2017, 21:33

Hier schön zu sehen:

Die Strömungsverhältnisse in der Bucht.

Das Bächlein: Die Brücke darüber zeigt, wieviel Wasser da kommen kann - und sie stand auch schon unter Wasser, weil es nen Gröll- und Bäumestau gab.

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