Archäologie-Nachrichten

Relevante Themen, bitte nicht jede Lastminute-Aktion

Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Hidemann » 15. Jan 2012, 16:10

Hi Ruth,

das Panorama ist bis Ende September 2012 zu sehen.
Wenn Du dich entschließt es zu besuchen, rate ich Dir, ein ticket online im Voraus zu buchen.
Hier die Adresse der Sonderausstellung (mit online-Buchung):
http://www.smb.museum/pergamon-panorama_/

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 26. Feb 2012, 14:40

@ Hidemann

Wie hat Dir das Pergamon-Panorama gefallen?

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Re: Archäologie-Nachrichten: Probleme für Forscherteam

Beitragvon walteranamur » 7. Mär 2012, 10:56

Ein Höhenzug in Ostanatolien birgt eines der faszinierendsten Rätsel in der Geschichte der Zivilisation. Deutsche Forscher graben am Hügel Göbekli Tepe nördlich der türkischen Stadt Sanliurfa die mit mehr als 10 000 Jahren älteste bekannte Tempelanlage der Welt aus. Seit 1995 arbeitet der deutsche Archäologe Klaus Schmidt hier, seit 2001 für das Deutsche Archäologische Institut (DAI). Doch jetzt gibt es Krach. Ob die Deutschen in Göbekli Tepe weiter forschen dürfen, ist plötzlich ungewiss. Kulturminister Ertugrul Günay sagte, er sei unzufrieden mit den Deutschen. Seit ihrer Entdeckung vor gut 15 Jahren wirft die Anlage von Göbekli Tepe mit ihren Stelen und Mauern eine revolutionäre Frage auf: Wurden religiöse Bauten wirklich erst von sesshaften Bauern errichtet, wie bisher geglaubt – oder waren Sesshaftigkeit, Ackerbau und Viehzucht nicht vielmehr eine Folge der Zusammenarbeit von Jägern und Sammlern beim Tempelbau?


Es geht hier um ein Aufsehen erregendes Projekt, welches aber offensichtlich am Wackeln ist. Dabei geht es um den Vorwurf des Diebstahls, dann Handel um Rückbringung von kulturellen Gütern und zum Schluss noch um die Zuständigkeit und Verantwortung für eine Grabungsstelle. Die ist besonders interessant:

Im Fall Göbekli Tepe ärgert sich Günay über Berichte, die den Türken einen schlampigen Umgang mit dem kulturellen Erbe vorwerfen. Nicht die Türkei sei für den Schutz der Grabungen vor Dieben verantwortlich, sondern die Lizenznehmer, argumentiert er. Im Fall Göbekli Tepe sind das die Deutschen.


Wenn Forscher diesen ganzen Bericht lesen, werden sie sich wohl gut überlegen, ob sie in ein solches Projekt künftig überhaupt einsteigen...
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 19. Mai 2012, 19:53

Neuer Fund einer antiken Stätte in Kappadokien; leider ist nichts Genaueres betr. Lage zu erfahren.

Der kurze Beitrag

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 20. Mai 2012, 12:30

Ganz interessant, was Wikipedia zu Kirsehir zu erzählen weiss.

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon anna48 » 3. Jul 2012, 20:34

@ wil
bestimmt noch nicht.
aber du wirst sehen, lange lässt das nicht auf sich warten. und wenn kein staudamm, dann fällt ihnen bestimmt was anderes ein.
schließlich hat man ja soviel davon, da gehts auf ein bisschen was nicht zusammen. :roll:
hg anna
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon walteranamur » 20. Jul 2012, 11:12

Es geht gleich weiter, auch hier dieselbe Meldung, etwas ausführlicher. Hier wird sichtbar, dass mehr oder weniger sämtliche Aufwendungen finanziell durch die jeweiligen Universitäten aus Europa getragen werden.. Dazu gehört auch Instandhaltung des Areals und und und...

Da käme ich mir irgendwie veräppelt vor. Dasselbe im Bereiche Artenschutz. Es sind massgeblich ausländische Organisationen und Geldgeber, welche Projekte überhaupt ermöglichen.

Die rage ist, wie diesen Affronts politisch begegnet wird.
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 2. Aug 2012, 23:22

Ganz toll :cherrysmilies130: Schööööööne, einmalige, sahane Tuerkei :lbk:

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 13. Sep 2012, 22:04

Mir geht's um die Pergamon-Ausstellung; leider kann ich infolge von "Turbulenzen" nicht vor deren Beendigung nach Berlin reisen. Weiss irgend jemand, ob die Ausstellung verlängert oder evt. an einem andern Ort (wieder) aufgeführt wird? - Wäre ja wirklich schade, wenn diese Szenerie einfach untergehen würde.

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 19. Sep 2012, 22:01

Hallo Wil

Wow, wie hast Du das rausgefunden? Ich habe doch auch gesucht ... Jedenfalls danke ich Dir ganz herzlich und bin am Suchen, ob ich's noch einrichten kann. - Aber auch danach (nach dem 14.1012) darf doch diese "Darbietung" nicht einfach begraben werden, finde ich. Zudem war's finanziell auch ein recht grosser Aufwand!

Gruss nach Istanbul
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Hidemann » 21. Nov 2012, 12:44

Aus dem Verlinkten:

Sabancı Foundation General Director Zerrin Koyunsağan said the statue might be a woman who managed the ancient city. “I think that thousands of years ago women had significant roles in society and city management. At the Sabancı Foundation, we are carrying out projects on the issue of social gender in Turkey. This is why this female managerial statue that connects with the work of our society is meaningful for us,” she said.

Ihr Wort ins Ohr der türkischen Männer!

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon walteranamur » 2. Dez 2012, 11:40

So, langsam wird auch das ein Thema. Es geht um die Zusammenarbeit, respektive die Konditionen, unter welche ausländische Organisationen in der Türkei im archäologischen Bereiche arbeiten.
1:1 lässt sich dies auch auf die Themen Umwelt- und Artenschutz übertragen:

Hermann Parzinger, Chef der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, erhebt schwere Vorwürfe gegen die Türkei. Das Land halte sich nicht an Vereinbarungen über archäologische Zusammenarbeit, so Parzinger im Nachrichtenmagazin "Der Spiegel".
Deutsche Archäologen hätten in dem mittlerweile sehr selbstbewusst auftretendem Land in diesem Jahr keine Ausgrabungslizenzen mehr bekommen. "Wenn das zu einem Dauerzustand wird", sei wissenschaftliche Arbeit dort nicht mehr möglich, mahnte Parzinger. Die Türkei sei dabei, "ausländische Grabungsteams langsam hinauszudrängen" – ein Verhalten, das er als "manchmal schon fast chauvinistisch" bezeichnet. Seit einiger Zeit schwelt zwischen Deutschland und der Türkei ein Streit um die Herausgabe von Kulturgütern, die Ankara für sich reklamiert


Quelle
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Re: Uni Tübingen zieht sich aus Troja zurück

Beitragvon walteranamur » 27. Dez 2012, 21:39

Ein weiterer Rückzug und diesmal sicherlich auch international beachtet:

Troja fasziniert die Menschen seit Jahrhunderten. Für Archäologen ist die Stadt, in der laut dem Dichter Homer der Krieg um die schöne Helena stattgefunden hat, deshalb ein Paradies. Rund 25 Jahre lang haben Tübinger Forscher die Grabungen dort geleitet - doch jetzt ziehen sie sich nicht ganz freiwillig zurück. An der Erforschung des antiken Troja will das Team um Professor Ernst Pernicka aber auch aus der Ferne weiterarbeiten. Insgesamt sechs Bücher wollen sie publizieren und dem Mythos Troja dabei ein Stück weit auf die Spur kommen.
Der Hauptgrund dafür, dass die Tübinger die Grabungskampagne aufgeben: „Wir haben kein Geld mehr“, sagt Pernicka. Die Förderung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft ist plangemäß ausgelaufen. Doch auch Ärger über die türkische Regierung, die ausländischen Wissenschaftlern die Arbeit im Land seit Jahren immer weiter erschwere, habe eine Rolle gespielt, so der 63-Jährige. Die Verbindung zwischen Tübingen und Troja wird wohl dennoch nicht ganz abreißen. Pernickas Nachfolge wird voraussichtlich Rüstem Aslan antreten, ein türkischer Professor, der in Tübingen promoviert hat.


Der ganze Beitrag

Die kommenden Jahre werden zeigen, wie die Türkei mit diesem Vermächtnis umgehen wird.
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Martina/Alanya » 27. Dez 2012, 22:28

Grade dabei habe ich teilweise ein ungutes Gefühl, da spielt auch so ein bisschen Beleidigtsein mit.... man nimmt den Herrschaften ein Spielzeug weg, dass sie Jahrzehnte für ihr eigenes gehalten haben. zu dumm aber auch, dass in der Türkei jetzt türkische Archäologen zum Zug kommen sollen.

Oder auch: wir müssen dringend einen besseren Grund haben als "es gibt keine Kohle mehr aus Deutschland". Aber das wäre ja auch keine Meldung wert. Finanzierungen für Forschungsprojekte laufen eben mal aus und wenn die Forscher Material für 6 Bücher haben, können sie doch erst mal wieder heim und die ungeliebte Archivarbeit erledigen.

Auf einem anderen Blatt steht, was man von türkischer Seite daraus macht. Ich fürchte, es steht künftig nicht die Wissenschaft, sondern das schnellstmögliche Zugänglichmachen für den Tourismus - sprich sprudelnde Geldquellen - im Vordergrund. Langweilige Sandsiebereien dürften dann nicht mehr allzugern gesehen werden, dafür zahlt Paul Pauschal keine 20 TL Eintritt... da müssen schon spektakulärere Trümmer her.
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Hidemann » 28. Dez 2012, 08:50

Nun ja, Rüstem Aslan ist ja nun wirklich ein deutsches Gewächs. Er hat bei Eggert über Siedlung und Gesellschaft in der Troas. Eine ethnoarchäologische Studie im Bereich der Nationalparks / Gallipoli (1973), Ida-Gebirge (1993) und Troia (1996) provoviert und einiges teilweise zusammen mit deutschen Kollegen oder Freunden, auch mit Pernicka, auf Deutsch publiziert, so z. B. etliches zu Troja, einen tollen Luftbildband (Luftbilder antiker Landschaften und Stätten der Türkei) und ein Buch über Istanbul (Byzanz Konstantinopel Istanbul) und auch ein reizendes Buch für Kinder (Troja - Neue Spuren zwischen alten Mauern).

Das, was die Tübinger in Troja geleistet haben, hat mit dem abfällig vorgebrachten "Spielzeug" nichts zu tun.
Bei http://www.uni-tuebingen.de/troia/deu/index.html kann man sich kundig machen. Einfach mal durchlesen und den Links folgen!
Da kann man nur hoffen, dass Rüstem Aslan das weiterführen kann.
Wünschen wir's ihm und Troja und uns.

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