Archäologie-Nachrichten

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon walteranamur » 28. Dez 2012, 10:09

Das hoffe ich ebenso, Hidemann.

Bezeichnend finde ich, dass ein generelles Bedauern über die schwieriger werdenden Bedingungen geäussert wird, ohne dies im Detail zu beschreiben, denn: Inzwischen ist es so, dass eben neben den eigentlichen Grabungsteams ganze Stäbe von Bürokraten und Wissenschaftlern durch die ausländischen Organisationen mitfinanziert werden müssen und sonst ist nix mit Bewilligungen.

Dazu kommen Auflagen wie: Recht des Publizierens liegt bei der Türkei, Gruppe ist den zuständigen türkischen Ministerien unterstellt und Rechenschaft schuldig, Dokumentationen müssen erscheinen unter dem Copyright des zuständigen Ministeriums und und und... Quintessenz: WIR haben das gemacht und einige Auswärtige durften da mitarbeiten... So schaut die Geschichte aus.
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Artemis » 11. Mär 2013, 09:29

Für den Wasserabfluss von Milet brauchen die Archaeologen nicht zu sorgen . Özel İdare von Aydın möchte den Hafen von Milet mit dem Meer verbinden. Bei der Gelegenheit soll dann auch ein Kanal vom Bafa See zur Bucht gelegt werden. Dagegen sind aber die Naturschützer, weil das Ökosystem des See zerstört wird.
:hallo3: Artemis
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Jade » 12. Mär 2013, 02:28

Ich dachte seither, dass das Okösystem des Bafasees durch die Überdüngung der Felder in der Mäanderebene empfindlich gestört wird, welches mit ins Grundwasser sickert, und es deshalb im Sommer zu vermehrten Algenbildung und teilweise auch Fischsterben kommt.

Nun hörte ich gestern zufällig, dass Max Kasparek früher schon beschrieb, dass der See im Winter regelmäßig vom Meer geflutet wurde. Und es so zum notwendigen Ionenaustausch (?) kam.

LG von Cosja
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Hidemann » 12. Mär 2013, 10:25

Jade hat geschrieben:im Winter regelmäßig vom Meer geflutet

Beispiel 1952

PDF zur Genese des Sees

PDF zum Ökosystem

Mir liegt das Buch von Kasparek nicht vor, doch die Überflutungen kommen wohl eher vom Mendereshochwasser. Dass Meerwasser bis zum Bafasee vordringt, setzt ja einen gewaltigen Wind- und Flutdruck von Westen voraus. Da bin ich skeptisch.

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon walteranamur » 14. Jan 2014, 14:07

..und wenn die Unesco nun so toll Werbung macht, kann man sicher in einem antiken Teil ein Hotel bauen, oder zum,indest das Areal mit einer Seilbahn überspannen, so von wegen guter Aussicht ....
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Göbekli Tepe

Beitragvon Artemis » 23. Jul 2014, 17:42

Der Berliner Archaeologe Klaus Schmidt, Leiter der Aussgrabungsstaette Göbekli Tepe ist in seinem Urlaub an der Ostseeküste verstorben. Sein Tod fand in den türkischen Medien viel Beachtung.
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 20. Jan 2015, 10:40

Der Eigentümer einer alten griechischen Kirche in der Provinz Kayseri bietet diese im Internet zum Verkauf an; der Preis 450'000 € (verhandelbar). Zur Kirche gehören ca. 2'000 m2 Land. Der Verkäufer und Eigentümer, ein Immobilienmakler hofft, dass die Kirche aus dem 18. Jh. vom neuen Eigentümer restauriert wird. Verhandlungen mit der vorerst interessierten Provinzverwaltung verliefen im Sand.

Kirchenrelikt steht zum Verkauf.

Fotos

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 26. Feb 2015, 00:55

Antakya und das Mosaiken-Museum (suuuuuuuper sahane) und die Petrus-Grotte sind für einen Besuch absolut empfehelenswert.

Aber ob das der richtige Zeitpunkt ist, dahin einen Abstecher zu unternehmen, bezweifle ich :?

Bei meinem Besuch (2004) war ich die einzige Ausländerin, zu meiner grossen Verwunderung sonst nur türkische BesucherInnen!

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon ebrad » 12. Mär 2015, 11:24

Ich musste jetzt auch lachen. Ich wette, wenn sie sogar Atlantis entdecken, würde TOKI es binnen Sekunden zu betonieren und hunderte Einkaufszentren bauen. :D
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 10. Apr 2015, 12:50

Man weiss, dass in Kappadokien neben den bereits zugänglichen noch viele weitere unterirdische Städte existieren. In Nevsehir stiess man bei Bauarbeiten zufällig auf eine unterirdische Stadt mit ungewöhnlichen Dimensionen.

Erfreulich ist, dass der ursprünglich hier geplante Wohnkomplex an den Stadtrand verbannt wird, das Höhlensystem weiter erforscht und freigelegt, und zu einem späteren Zeipunkt auch touristisch genutzt werden soll.

grösstes Labyrinth der Welt

Kappadokien ist immer eine Reise wert.

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon ebrad » 18. Jun 2015, 13:32

Haha, die haben wenigstens noch Humor, wenn auch unfreiwilligen. Retrofuturistisch. :D Fehlt nur noch Mad Max.
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 12. Aug 2015, 12:47

MERSIN

In Mezitli, dem südwestlichen Vorort von Mersin, befinden sich Ruinenreste der ehemaligen römischen Stadt Soli Pompeiopolis. Nach einem Erdbeben im 6. Jh. ist die Stadt grösstenteils im Meer versunken; übrig geblieben ist ein Teil der Säulenstrasse. Nun wurden die Ausgrabungen in Zusammenarbeit mit der UNESCO wieder in Angriff genommen - auf Land und im Meer.

Die Ausgrabungsstätte wird mittlerweile immer mehr beengt durch das starke Bauwachstum. Als ich vor 11 Jahren den Ort besuchte, wurde er Viransehir genannt und lag noch im Grünen, umgeben von Feldern und Zitrusgärten.

Neu und antik

Ausgrabungen bei Mersin (engl.)

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Jade » 13. Aug 2015, 01:08

Vielen Dank für die Info und Links, Ruth.
Von Soli Pompeiopolis lese ich heute das erste Mal.
LG Jade
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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Ruth » 28. Sep 2015, 17:38

Mich hat ein Schock getroffen, als ich das Bild sah :o :cherrysmilies120:

Ich frage mich, welcher "Künstler" hinter dieser Verunstaltung steckt :roll: Immerhin hat er sich nicht auch noch an der Bühnenwand zu schaffen gemacht ...

Vor kurzem fand ich mal einen Artikel über die 13 schrecklichst renovierten antiken Denkmäler in der Türkei s. hier und dieses Malheur wurde ja von Dir bereits erwähnt.

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Re: Archäologie-Nachrichten

Beitragvon Jade » 29. Sep 2015, 02:09

wil hat geschrieben:Im Binnenland der kleinasiatischen Landschaft Karien (heute in der Provinz Muğla in der Türkei) finden sich Überreste der antiken Stadt Euromos, darunter der ehemalige Zeus-Tempel. Nur wenige Kilometer von der Kleinstadt Milas in Richtung Bafa See und Izmir liegt dieser zwischen Olivenbäumen versteckt. Der ehemalige Tempel gehört zu den besterhaltensten Skralbauten des Landes, von seinen 32 korinthischen Säulen stehen noch 16 und diese tragen Teilen des Gebälks. Das Heiligtum, das dem Zeus Lepsynos geweiht war, wurde im 2. Jahrhundert n. Chr. von Privatleuten gestiftet, diese verewigten sich auf den Bauten – wie auch auf den Säulen des Tempels. Nahe des Tempels finden sich auch die Reste eines Theaters, Wachturms, Grabstätten und Bäder.
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Zu Wil's Beitrag möchte ich noch ein paar Fotos beisteuern.
Wer sich einmal die Zeit nehmen will und auf der Strecke der D 525 Söke -> Milas den kurzen Abstecher nach Euromos macht, den empfängt hier Stille und Einsamkeit, keine Touristen, ab und zu ein besetztes Kassenhäuschen. Aber ein Toilettenhäuschen sowie Picknicktisch und -bänkchen gibt es!
Also: Abbiegen, rasten, sich die Beine in Euromos vertreten - der Zeus-Tempel ist beeindruckend und das Gelände überschaubar.

Zeus Tempel aus anderer Perspektive als aus Wil's Link

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Zeus-Tempel von oben betrachtet

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Inschriften der jeweiligen Sponsoren dieser Säulen

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Doppelaxt-Unterschrift der Steinmetze aus Labranda

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Labranda

Reste eines Wachturms an der Stadtmauer

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Theater

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vermutlich ein Grabhaus

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