Bafa-See

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Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 12. Jan 2011, 12:03

Viel wird über diese Region geschrieben. Einerseits steigt der Bekanntheitsgrad im alternativen Tourismussegment, andererseits kaempft die Region offenbar weiterhin mit massiven Umweltproblemen. Erst im November gab es wieder ein grosses Fischsterben. Wohl bemühten sich die Behörden, das Wetter als Ursache für das Drama verantwortlich zu machen, doch konterten Wissenschaftler sehr resolut. Der Zustand des Sees sei weiterhin kritisch und die Verschmutzung im See bedenklich.

Die Region hat aber klar ihre Reize. Eine vielzahl kleiner Pensionen und Hotels, ein breit gefaechertes alternatives Tourismusangebot etc. bieten doch Einiges für einen Urlaub der andern Art:

www.dailymotion.com Video From : www.dailymotion.com


İch verlinke einen Veranstalter der ersten Stunde, SEB-Tours

Und hier einige ausgesucht schöne Aufnahmen
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Re: Bafa-See

Beitragvon Jade » 14. Jan 2011, 03:02

Schock!! :o

Vom Fischsterben lese ich heute zum ersten Mal. Was wird vermutet?
Funktioniert die Reinigung/Spülung durch den Durchfluss (eines Seitenarms?) des Gr.Mäanders nicht mehr richtig oder sind es womöglich Abwässer, die in den See geleitet werden?

Ich war im vergangenen September 12 Tage während eines Sprach-/Wanderurlaubs in Kapıkırı am Bafa-See (einige User hier kennen meinen bebilderten Reisebericht in Tagebuchform, den ich seit Ende Oktober bei Mikiro im Forum einstelle).
Und ich werde im Juni wieder 24 Tage an der Ägäis sein, davon mindestens 10 Tage am Bafa-See.

Das Video und die phantstischen Bilder ... mir lief es eben heiß und kalt den Rücken herunter ... ja, genausoooo ist es da, so habe ich es erlebt!!
Ich bin im September damals ziemlich intensiv dort eingetaucht und habe wunderbare Tage verbringen dürfen.

Jetzt bin ich etwas bedrückt und hoffe, der See erholt sich wieder, schon alleine wegen dem Pflanzen- und Vogelartenreichtum in diesem Gebiet am Latmosgebirge, Jade
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Re: Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 14. Jan 2011, 06:30

Der See ist seit Jahren ein Problemkind. Einerseits begann er auszutrocknen und andererseit waren es tatsaechlich Verunreinigungen vor allem durch die Landwirtschaft welche den See überdüngten. Durch Einspeisung von Frischwasser aus einem Fluss glaubte man dies behoben zu haben, zumindest konnte man den See wieder mehr auffüllen.

Laut Fachleuten ist er aber weiterhingtüberdüngt und zu verschmutzt und die Leute der Universitaet, welche die Untersuchungen geführt haben, kritsierten die Umweltbehörde scharf: "Wenn Sie sagen, das Fischsterben habe nichts mit der Qualitaet des Sees zu tun, so ist es dasselbe, wie wenn Sie einem schwer Kranken sagen würden, du siehst blendend aus und bist gesund. Der Bafa-See ist weiterhin schwer krank, von innen heraus."

Dies das Zitat der Biologen. İch glaube aber, dass nun schon weitere Anstrengungen zur Behebung der Missstaende unternommen werden, denn inzwischen ist die Region ein beliebtes Tourismusziel. So sollen offenbar die Landwirte enger an die Strippe genommen werden.

İch erinnere mich an einen Fall in der Schweiz, den Sempachersee, welcher in den 70-er Jahren genau dasselbe Problem hatte. Der wurde beispielsweise jahrelang belüftet, um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Daneben durften die Bauern keine Jauche mehr ausführen usw. Es dauerte um die zehn Jahre, bis man sagen konnte, der See sei wieder ok.
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Re: Bafa-See

Beitragvon Habessos » 14. Jan 2011, 21:11

Na, dann schau'n mer mal, ich werd ja noch vor Jade, wahrscheinlich um den 25.5. für ein paar Tage dort verweilen - natürlich nach dem Anamurbesuch :zoepfe: - und nach Rückkehr Anfang Juni berichten. Obwohl..... ob mir mit meinem chronischen allergischen Schnupfen das überhaupt auffällt ??? :cherrysmilies110: Werde also vor "Bewertung" lieber meinen Göga fragen...

LG - Inge
Das Leben ist manchmal auch nicht unbedingt MEINE Party, aber da ich nunmal eingeladen bin, werde ich auch tanzen....
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Re: Bafa-See

Beitragvon Jade » 15. Jan 2011, 04:44

So sollen offenbar die Landwirte enger an die Strippe genommen werden.

Die bebauten Felder und Äcker befinden sich hauptsächlich in der Ebene östlich und südlich des Bafa-Sees. Und der Boden wird mit Sicherheit mit der Gülle des Viehs gedüngt. Also sickert es auch ins Grundwasser.

Jedoch habe ich weder im September, und ich war beinahe jeden Tag am See, etwas gerochen noch etwas gesehen. Etwa wie die Schaumkronen in der Bildergalerie von wil - nein, die gab es zu der Zeit nicht.

Bild

An einigen wenigen Stellen war das Seeufer Nähe Kapikiri tagweise durch aufgewirbelte Algen 'geschmückt', das ist aber meiner Meinung nach relativ normal, der Badende konnte ausweichen und saubere Badebuchten gab es dort dennoch genug bzw am nächsten Tag waren die Algen wieder weg.

Wil, wann warst du am Bafa-See und was genau hast du gerochen?

Susi, seb-tours bietet seit Jahren interessanten Individual-Touren u.a. an der lykischen Küste, Bafa-See, am Ararat ... usw. an.
Eine feine Seite hat seb-tours auch, ich habe da nie gebucht aber holte mir schon ab und zu mal Anregungen bzw. Angebote ein.

seb-tours

Der Inhaber Serif Büyüktas hat seinen Firmensitz in München. Ist per Mail und Phone sehr nett und auskunftsfreudig.
Den Messestand werde ich nächste Woche hoffentlich bei der CMT in Stuttgart besuchen können.
Das Unternehmen seb-tours war damals vor 3 od. 4 Jahren im Gespräch, weil auch sie ihre Expedition auf den Ararat abbrechen mussten. Meines Wissens nach waren die Teilnehmer aber nicht die Entführten.

Grüße von Jade
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Re: Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 15. Jan 2011, 06:58

Ja, Seb-Tours ist sicherlich zu empfehlen. İch habe Serif Büyüktaşv or 5 Jahren in Cıralı kennengelernt und seither mehrmals getroffen, wenn er auf Durchreise war. Klein, aber fein und ohne Schnickschnack. Seb-Tours hatt Bafa im Angebot, als andere noch fragten, wo ist denn das? Deswegen ist er auch mit den örtlichen Verhaeltnissen und kleinen Pensionen sehr vertraut.

İch nehme an die Probleme des Sees bestehen darin, dass bei Überdüngung mit Erreichen einer bestimmten Wassertemperatur eine Algenexplosion stattfindet und dies zu einem Entzug von Sauerstoff im Wasser führt. Also eine temporaere Erscheinung.
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Re: Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 7. Jun 2011, 18:50

..und pünktlich zur waermeren Jahreszeit kommen ganz schlechte Meldungen vom Bafa-See:

Bild


Der See scheint eine monströse Klein-Algen-Explosion zu erleben und hat seine Farbe Grün umgestellt. Fischer beklagen, dass ein wesentlicher Grund für die zusaetzliche Verschmutzung des Sees die Einleitung so genanntem Frischwasser aus dem Fluss Menderes sei. Seit hier Wasser abgezapft werde, seien ihre Netze vielfach lediglich mit Müll vestopft und zwar derart, dass die Netze aufgeschnitten werden müssten.

Parallel zu dieser übel riechenden massen haben sich die Mücken der Refion angenommen. Draussen essen sei unmöglich...

Bildergalerie

..und ein Film, erschreckend
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Re: Bafa-See

Beitragvon thoker » 8. Jun 2011, 09:44

Das sieht echt eklig aus....ein Fischsterben wird nicht lange auf sich warten lassen.
Ob da was passiert????? Wird man etwas unternehmen um Gewässer besser zu schützen?
Ob Algenpest oder Unrat und Müll im Meer oder am Strand....habe nie den Eindruck das das die Behörden besonders
Interessiert.Das einzige-vielleicht-wenn Beschwerden von Touristen kommen- diese will man ja nicht verprellen.

Aber, wenn ich sehe wie in Alanya die vollgestopften Ausflugsboote unterwegs sind und in die schönen Buchten fahren....aber wie sehen die abends aus....voller Müll.
Wobei das nicht nur die Ausflugsboote sind. Solange nicht mehr kontrolliert wird und hohe Strafen verhängt werden wird sich nicht viel ändern. Der Müll von Fischerbooten, Ausflugsbooten, Containerschiffen, Kreuzfahrtschiffen.....alles ins Meer.

Da muß sich auch was am Bewußtsein der Bevölkerung ändern....wir haben nur diese eine Welt und wenn wir sie zerstören, nicht schützen , kann sie uns bald nicht mehr ernähren und wir machen uns selber krank durch unser Handeln.
Wenn die Erde könnte....sie würde sich rächen......und manchmal tut sie es schon.

Kerstin
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Re: Bafa-See

Beitragvon Artemis » 8. Jun 2011, 10:36

Der Büyük Menderes führt auch viel Abwasser mit sich, das ist bekannt. Und wenn dann vom Menderes Wasser in den Bafa-See geleitet wird, dann kann ist das obige Ergebnis nicht verwunderlich. Ansonsten gibt es im Sommer keine andere Wasserzufuhr.
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Re: Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 6. Jul 2011, 16:53

Heute hat sich nun auch der Gouverneur der Provinz Aydin gemeldet. Er ruft die Verantwortlichen dringend auf, in Sachen Bafa-See aktiv zu werden, da der Hauptanziehungspunkt der Region endgültig verloren zu gehen drohe.

Weiterhin soll der See an viele Stellen intensivst grün-klebrig sein und diese Problem weite sich aus. Universitäten gehen von einer Überdüngung aus, welche durchaus mit dem eingeleiteten Wasser des Menderes Flusses zu tun haben könnte...

Aus dem Hürriyet

Bis drei Meter Tiefe sei so gut wie kein Sauerstoff mehr vorhanden und man könne davon ausgehen, dass es in kürzester Zeit zu einem grossen Fischsterben kommen werde..

Yeniasir Zeitung
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Re: Bafa-See

Beitragvon Jade » 6. Jul 2011, 19:39

Es ist eine Katastrophe für die Bewohner von Kapikiri, zu deren Lebensunterhalt auch der Tourismus gehört.
Wir selbst unterbrachen vor 2 Wochen unseren nur dreitägigen Aufenthalt im Dorf, um dann an die Gökova-Bucht auszuweichen.
Man hat den See vor der Nase und traut sich nicht hinein :o Die grün-braune Dreckbrühe lud nicht gerade dazu ein.
Zum Ende unseres Urlaubs jedoch kehrten wir für 4 Tage wieder zurück, denn in Kapikiri samt Umgebung kann man natürlich noch anderes erleben, außer nur zu baden. Das Wasser an den Zwillingsinseln war zu der Zeit übrigens wieder etwas klarer.

Uns wurde erklärt, dass der Büyük Menderes aufgrund der häufigen und heftigen Regenfälle im April und Mai zuviel Süßwasser in den See leitete. Dadurch wurde das Algenwachstum überdurchschnittlich begünstigt.
Wasserproben waren damals schon unterwegs.
Fischer waren dennoch täglich zu Gange. Der See ist an manchen Stellen bis zu 30 m tief, wurde mir erklärt.

Fischsterben oder Abfälle an den Ufern konnten wir nicht entdecken.

Ein Plädoyer für den Bafasee am Latmosgebirge:
Das Wasser ist üblicherweise im Winter und Frühjahr oder ab September immer glasklar, wurde mir erzählt. Ich konnte mich vergangenen September selbst davon überzeugen.
Ich hoffe, die Anwohner behalten lange Recht!

Liebe Grüße von Jade
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Re: Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 12. Jul 2011, 13:33

Ganz schlechte Nachrichten bezüglich Bafa-See:

Bafa Gölü’nde kontrol edilemeyen kirlilik, öldürücü boyutlara ulaştı. Milas Kaymakamlığı, muhtarlara yazı göndererek gölde yüzme ve balık avlamanın yasaklandığını duyurdu.


Der Landrat hat den Ortsvorstehern um den Bafa-See ein Schreiben zukommen lassen, wonach das Schwimmen und Fischen im See ab sofort verboten ist.

Das ist nun wirklich eine Katastrophe für die vielen Familien, welche hier ihre kleinen Pensionen betreiben.
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Re: Bafa-See

Beitragvon Hidemann » 12. Jul 2011, 16:24

Mit der Blaualge Nodularia spumigena ist nicht zu spaßen. Das Bade- und Fischverbot besteht zu Recht. Außer allergischen Hautreaktionen kann das Gift der Alge beim Menschen, über den Mund aufgenommen, irreparable Leberschäden verursachen, auch bei Tieren.
Verwunderlich ist das Algenwachstum nicht. Man muss sich nur den langen Weg des zufließenden Wassers durch intensiv gedüngte Nutzflächen in GooggleEarth ansehen.

Hidemann
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Re: Bafa-See

Beitragvon walteranamur » 12. Jul 2011, 18:48

Hallo Hidemann

Ich habe noch etwas eingehender gesucht. Dieses Badeverbot soll vorläufig mal bis zum 31.7. bestehen. Angesichts der Gluthitze, welche in dieser Zeit zu erwarten ist, zweifle ich daran, dass sich im August an diesen Zuständen was ändern wird. Es wird auch darauf hingewiesen, dass das Vieh nicht mehr Wasser aus dem See trinken sollte. Unten habe ich ein Video verlinkt und da sieht man, dass diese Anordnung noch nicht überall durchgedrungen ist.

Wieder einmal hat sich eine Komission gebildet, welche nun prüft, mit welchen Mitteln man den Bafa-See auf einen Zustand zurückführen kann, wie er vor 30 Jahren bestanden hat. Das dürfte nicht ganz einfach sein, denn:

Einerseits wird Wasser zugeführt, dieses stammt aus dem Menderes und soll laut Aussgaen von Fischern extrem verschmutzt sein.

Andererseits weisen Biologen darauf hin, dass ihrer Meinung nach diese Probleme weiterhin hausgemacht seien. Intensive Landwirtschaft rund um den See, extreme Wasserentnahme und weiterhin Einleitung von Abwässern aus Landwirtschaft und Siedlungen.

Video
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Re: Bafa-See

Beitragvon Hidemann » 12. Jul 2011, 19:50

Wenn man bei Google nach "Blaualgen Fränkisches Seenland 2011" und "Blaualgen Ostsee 2011" sucht, sieht man beispielhaft, dass das kein lokales Problem der Türken ist.

Übrigens sind "Blaualgen" eigentlich keine Algen, sondern hochgiftige Bakterien.

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