Saison 2017

Relevante Themen, bitte nicht jede Lastminute-Aktion

Re: Saison 2017

Beitragvon Hidayet » 5. Jan 2017, 19:31

:hallo3: ...da fragst Du genau den richtigen Türkei-Fan. Anita ist ja eine ganz treue Seele. Ich habe vor Silvester nochmal Dubai fürs neue Jahr gebucht - und hatte überlegt, mir die Reisezeit zu verkürzen, indem ich für ein paar Tage in Istanbul Station mache, um alte Freunde von einer "Blauen Reise" dort wiederzusehen, und dann von dort weiterfliege. Gebe zu: Nach Silvester bin ich froh, daß ich doch den Direktflug genommen habe.

Aber es ist schon wahr: "Sicher" kann man sich eigentlich nirgendwo mehr fühlen.

Mir ist vor ein paar Wochen - und das ist jetzt kein Jux - beim Treffen mit jemand in einem idyllischen Nachbarörtchen "um ein Haar" irgendwas auf den Kopf gefallen, das sich aus dem Giebel eines wohl schlecht instandgehaltenen Fachwerkhauses gelöst hatte.

Da mußte ich an den sprichwörtlichen "Dachziegel" denken, der jemanden erschlägt, der sich ausnahmsweise mal aus seinem "sicheren Haus" nach draußen wagt. K A D E R oder K I S M E T sagen meine türkischen Freunde zu ihrer Überzeugung, daß alles irgendwie vorbestimmt ist...
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Re: Saison 2017

Beitragvon santiago » 5. Jan 2017, 20:04

Über 100 Tote in in der Türkei in einem einzigen Monat plus zahlreiche Verletzte, wenn man den Medien so glauben darf.
Zuerst monatlich und jetzt wohl bald wöchentlich.....Angeblich sei es jetzt die PKK in Izmir gewesen, oder war es etwa wieder der IS ?
Erstaunlich wie schnell solche Verbrechen in der Türkei zugeordnet werden können !
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Re: Saison 2017

Beitragvon cleverle » 5. Jan 2017, 21:19

@ Beslira
lass bitte Anita entscheiden wann sie in die TR reisen möchte. Ich denke, es ist jedem selber überlassen, wann u. wohin er (sie) reist. Wir sollten uns Vorhaltungen sparen.
Auch ich bin absoluter Türkei-Liebhaber u. werde am 17.3. für 3 Wochen meinen Urlaub in der TR verbringen.
Nur ein kurzer Bericht über meine Erfahrung, die ich am 31.12.16 bei uns in Old Germany gemacht habe.
Ich war zu Freunden, ca. 50 km von meinem Wohnort, zu Silvester eingeladen. Ich bin mit unserer Stadtbahn gefahren. In dieser saß ein Typ, vor dem ich echt Angst hatte. Ich war froh, als dieser ausgestiegen ist.
Dieser Blick, den er drauf hatte, Kapuze tief ins Gesicht gezogen, Bart. Ich glaube der Stand unter Drogen.
Ich habe gedacht, dass er unter seiner weiten Jacke jeden Moment eine Schnur zünden kann.
So etwas ist mir noch nie passiert, dass ich in der Bahn Angst hatte. Soviel zu diesem Thema. Auch zu Hause kann mich ein Irrer treffen, wenn ich zur falschen Zeit am falschen Ort bin.
Deshalb Ball flach halten u. jede (r) soll für sich entscheiden.

Gruß
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Re: Saison 2017

Beitragvon walteranamur » 5. Jan 2017, 21:52

Terrorangst würde mich eigentlich nicht abhalten.

Was mich aber ganz klar bis auf Weiteres von Besuchen abhält ist das beinahe tägliche Wechselbad von Vorwürfen, Beschuldigungen, Einforderung von Solidaritätkundgebungen wegen Anschlag hier und dort, politischen Drohungen, kultureller und gesellschaftlicher Scharfmacherei durch Erdogan und einige seiner Ministerkollegen. Damit suchen sie laufend neue gute, kurzfristige Koalitionen, egal mit wem - einfach dort, wo am zur Lösung aktueller Probleme meisten rausspringt.

Dazu kommt, dass diese Propaganda durch organisierte und offensichtlich bezahlte Netzwerker in den sozialen Medien auch in Deutschland immer sichtbarer wird. Mein Spruch bei jenen aggressiven AKP-Trolls. Du bist der geborene Tourismus-Botschafter für die Türkei, kriegst einen Orden.

Da ensteht bei mir das Bauchgefühl: Mach deinen Mist selbst, aber lass uns in Ruhe damit. Da er jedoch dauernd internationale Unterstützung brauchen wird, solange er (noch) im Amt ist, lässt diese pazarlik nicht nach. Wer alles, was nicht türkisch ist, in schöner Regelmäßigkeit durch den Dreck zieht, sollte nicht erwarten, dass ich mir durch sein Gefasel den Urlaub verderben lasse.

Vor allem: Ich lasse mich nicht in die Schablone "Wer uns liebt muss bei uns Urlaub machen" zwingen. Denn, besuchen mehr Gäste das Land, wird besagter Herr dies dann als Vertrauensbeweis für und Erfolg seiner tollen Diplomatie verkaufen. Dafür lasse ich mich nicht instrumentalisieren. Also: Denke ich an die Türkei, verschwindet das Urlaubsfeeling im Eisschrank und dort würde es während der zwei oder drei Wochen auch bleiben.

Wie gesagt. Mein Bauchgefühl. Mein persönlicher Entscheid.

Daneben denke ich, dass es viele Menschen immer mehr auch in Deutschland gibt, welche bei der Urlaubsplanung tatsächlich nur beschränkte Mittel haben. Für sie wird die Türkei schon aus diesem Grunde 2017 ein attraktives Land und sie werden einen preiswerten und erholsamen AI-Urlaub genießen. Dies auch deshalb, weil sie emotional weniger in die gesamte Thematik involviert sind. Ich gönne ihnen diesen Urlaub.
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Re: Saison 2017

Beitragvon Reyhan » 5. Jan 2017, 22:21

...nicht ein Wort habe ich hinzuzufügen !

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Re: Saison 2017

Beitragvon alanya_fuchs » 5. Jan 2017, 22:33

Man sollte grundsätzlich jedem die Wahl seines Urlaubsreiseziels selbst überlassen. Ich bin jahrelang nach Bulgarien geflogen, weil Familienurlaub dort günstig war. Besonders gefallen hat es mir nicht dort, weil Urlaubsbekanntschaften aus der DDR wie Menschen 2. Klasse behandelt wurden. Das war so was von entwürdigend und uns Wessis mit harter D-Mark mehr als peinlich.
Ich war 1982 auf Kuba, absolut exotisch zu der Zeit. 1972 war ich auf Gran Canaria, Franco hat noch regiert und jeden morgen sind Fallschirmspringer zur Übung in den Dünen gelandet.
Hätte ich wegen den politischen Verhältnissen dort nicht hin fahren sollen?

DomRep, Bali, Malediven, Havanna, Sri Lanka, Marokko, Moskau und St. Petersburg uvm. hätte ich alles wegen dieser Umstände nicht gesehen.
Was wäre mein Leben ohne diese Erfahrungen?
Heute lebe ich in der Türkei. Nicht weil die jetzigen Zustände mir so gefallen, sondern weil man auch nicht immer gleich weg läuft. Schließlich klammert man sich immer an die Hoffnung, dass jeder Spuk einmal vorbei geht. Man muss abwägen, ob das Risiko noch kalkulierbar erscheint.
Die Geschichte gibt mir Recht, die UdSSR, DDR gibt es nicht mehr und in Kuba wandelt sich die Politik auch.
Also, jeder soll es für sich entscheiden.
Das Böse geschieht von leichter Hand und unbemerkt, erst viel später ist der Mensch entsetzt und verwundert über das, was er getan hat.
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Re: Saison 2017

Beitragvon Hidayet » 6. Jan 2017, 02:00

AF - Dein Beitrag hat mich sehr angesprochen. Auch ich war 1972 in Spanien - mein Gott: Wer war Franco? Mein Freund hatte gerade "den Bund" (als W18er) hinter sich gebracht, und wir machten drei Wochen preiswert Urlaub auf Mallorca... Damals war meine politische Sensibilität auch eine ganz andere als heute.

Wie Du schon sagst: Über viele Systeme und Reiche geht irgendwann die Geschichte hinweg. Wer hätte zum Beispiel gedacht, daß man als Kind die Gründung der DDR und Jahrzehnte später im reifen Alter das Ende dieses Staates als Zeitzeuge erleben würde?

In einem hast Du Recht: Man kann nicht immer weglaufen. Respekt für Deine Entscheidung, auch in schweren Zeiten durchzuhalten, wo von unserem "Urlaubsparadies von einst" nur noch sehr wenig übrig ist.
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Re: Saison 2017

Beitragvon Jade » 6. Jan 2017, 04:59

Ich gehe mit meinem Bauchgefühl ganz mit Walter, besonders der drittletzte Absatz hat mich sehr angesprochen:
Vor allem: Ich lasse mich nicht in die Schablone "Wer uns liebt muss bei uns Urlaub machen" zwingen. Denn, besuchen mehr Gäste das Land, wird besagter Herr dies dann als Vertrauensbeweis für und Erfolg seiner tollen Diplomatie verkaufen. Dafür lasse ich mich nicht instrumentalisieren. Also: Denke ich an die Türkei, verschwindet das Urlaubsfeeling im Eisschrank und dort würde es während der zwei oder drei Wochen auch bleiben
und auch noch: Lass uns damit in Ruhe sondern mache deinen Mist alleine.

Als Jugendliche und auch junge Frau habe ich sicherlich nicht ganz so intensiv mit allen Sinnen und mit Einschalten des Gehirns so geurlaubt wie nun seit Jahren (behaupte ich heute). Zum Beispiel habe ich bis Ende der 70'er mehrmals in Portugal geurlaubt, aber erst im vergangenen Jahr las ich während meines Aufenthalts auf Madeira erstmals und verwundert über den Nelkenkrieg.
Weiter hatte ich während meines ersten Türkeiurlaubs Anfang der 80'er sehr oft kurze Hosen an und zeigte nacktes Bein (ich rede jetzt nicht von Strandurlaub), hatte auch kein Tuch parat in der Umhängetasche zum Bedecken von nackten Schultern und dem Haar beim Besuch einer Moschee. Heute wundere ich mich, wie uninformiert und naiv ich das Land damals doch besuchte. Aber damals war auch schon der Weg das Ziel (mit dem Motorrad in die Türkei) und das Ziel klang verlockend und exotisch, als mein damaliger Freund mir es vorschlug und ich erst im Diercke-Atlas nachschlagen musste, wo die TR überhaupt genau liegt. Ich kannte ja von früher nur den kleinen Adnan, der in einem der ärmlichsten Häuser unseres Dorfes wohnte und sich jedesmal wie blöd freute, wenn er während der Grundschulzeit ab und zu beim "Gummihupfen" mitmachen durfte.

Und sicherlich war alles gut so, wie wir es damals händelten!! Denn heute komme ich mir beinahe schon "zu verkopft" vor. Habe z.B. zum ersten Mal, seit ich überhaupt Reiseführer besitze, den Abschnitt über Sao Miguel im MM-Reiseführer von vorne bis hinten lückenlos durchgelesen BEVOR ich jetzt über Weihnachten und Silvester überhaupt dort war. Jahre vorher benutze ich einen Reiseführer lediglich vor Ort als Nachschlagewerk. UND ich machte mich jetzt schlau über Wirtschaft, Wasserqualität, Ressourcennutzung, Export, Umweltschutz, sozialen Brennpunkten, Verhältnis der Azoreaner zum Festland (oder umgekehrt) oder besonders zu den USA und zu Kanada. Hätte mir das jemand vor 20 Jahren mal gesagt ... :)
In einem war ich aber richtig gut! Ich kann noch Straßenkarten lesen und die Himmelsrichtungen bestimmen, so wie früher, und habe das Navi übertrumpft, denn dieses erkannte einige der neu gebauten Straßen noch nicht.

In 2017 winkt vielleicht ein neues Abenteuer: Albanien!
Es ist mein "Neugierde"-Ziel seit Anfang der 80'er, als wir mit dem Motorrad entlang der damals jugoslawischen Küste tingelten, jede Kurve ausfuhren und von den Menschen und der Natur rundherum begeistert waren ... mit dem Vorhaben, bis zur Grenze des damals noch vollkommen abgeschotteten Albanien zu fahren. In Bar brachen wir allerdings - nicht mehr so begeistert - ab und gingen wir vor Hunger auf die Fähre, um uns in Bari/Italien dann satt zu essen. Denn auf den letzten 300 km gabs tatsächlich nur noch Gurkenscheiben im Angebot der Fischlokale an der Küste. Die Restaurantbesitzer oder -pächter standen schulterzuckend neben den auf deutsch geschriebenen Schildern "Heute frischer Fisch" - kein Fisch weit und breit, kein Hackfleisch, keine Kartoffeln oder Brot für Gäste, nur Gurkenscheiben. Und in den Lokalen lief im Hintergrund der Fernseher auf voller Lautstärke: Fußball!

LG Jade
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Re: Saison 2017

Beitragvon walteranamur » 6. Jan 2017, 11:06

Ich habe meine Zeilen nochmals durchgelesen. - und es fehlt etwas, was die persönliche Einstellung prägt.

"Urlaub"würde bei mir konkret bedeuten, ins alt bekannte Umfeld zu reisen. Worüber kann ich mit meinen Bekannten und Freunden sprechen? Über das Wetter, über die die Familie. Und daneben läuft der Fernseher mit Rede Erdogan oder Cavusoglu oder Yildirim... und sie stellen die Frage: Unterstützt ihr Terroristen, weshalb treibt ihr die Türkei in wirtschaftliche Schwierigkeiten und und und...

Darauf antworten? Würde bedeuten zu sagen, es ist nicht alles so, wie es hier erzählt wird..... würde bedeuten: Der Ausländer kritisiert Erdogan und würde bedeuten - der gehört auch zu den Feinden. Je größer der Kreis, in dem du sitzt, um so mehr Leute warten auf den entscheidenden Satz, mit welchem sie dich katalogisieren können - ja, Erdogan hat Recht, die sind gegen uns.

Das muss ich persönlich nicht haben,lieber lasse ich es so, wie wir es 2012 verlassen haben. ...und vielleicht 2018 wieder über die Türkei nachdenken - da halte ich es ganz mit Alanya-Fuchs.

Und völlig richtig: Niemand, der einfach 2 oder drei Wochen Urlaub machen möchte, bewegt sich gedanklich auf diesem Grat und kann auch 2017 Urlaub in der Türkei genießen, weil er meinen geistigen Ballast nicht mitschleppt.
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Re: Saison 2017

Beitragvon Beslira » 6. Jan 2017, 12:28

ich könnte bei diesem Thema jetzt auch wieder viiieeel darüber schreiben.....mach es mir aber mal einfach und zitiere nur den Walter:

Und völlig richtig: Niemand, der einfach 2 oder drei Wochen Urlaub machen möchte, bewegt sich gedanklich auf diesem Grat und kann auch 2017 Urlaub in der Türkei genießen, weil er meinen geistigen Ballast nicht mitschleppt.


Dito

und AF bei deiner Auflistung fehlt noch die Militärregierung in der Türkei, vor Erdogan, hat uns auch nur wenig gestört. Und die zwei Klassen Gesellschaft war mir 1987 in Ungarn genau so unangenehm wie dir. "Du kommst hier ohne Devisen nicht rein"

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Re: Saison 2017

Beitragvon Hidayet » 6. Jan 2017, 12:50

Zitat: Niemand, der einfach 2 oder drei Wochen Urlaub machen möchte, bewegt sich gedanklich auf diesem Grat und kann auch 2017 Urlaub in der Türkei genießen, weil er meinen geistigen Ballast nicht mitschleppt

Ja - und der "gefühlte Ballast"... Meine Freunde sind durchweg nicht pro Erdogan - sie leben derzeit sozusagen im "inneren Exil" im eigenen Land, weil sie mit niemandem (außer ein paar Vertrauten) über ihre Gedanken und Gefühle zur derzeitigen politischen Situation im Staat sprechen können.
Das Klima erinnert mich erschreckend an das einst Ende der 70er in der DDR, wo ich mich (unbedachterweise) beim Wohnungs-Rundgang im Bad mit einem Onkel meines Mannes unterhalten wollte - und der stumm den rechten Zeigefinger auf die Lippen legte und mit der anderen Hand erst auf den Lüftungsschacht und dann zur Wohnzimmertür deutete. "Laß uns lieber im Wohnzimmer reden - hier könnten Ohren mithören, für die es nicht bestimmt ist..." hieß das. Genauso sehe ich derzeit den Umgang der türkischen Freunde mit Nachbarn und Bekannten.
Wie kann ich in dieser Atmosphäre der Einschüchterung und der Angst meinen Urlaub in der Türkei "genießen"? Deprimierend auch letzt der Tag in Kusadasi, wo die Straßen leer waren, die Geschäfte auch. Vor den Türen die Besitzer, die einen meist nicht mal mehr ansprachen. Sie wirkten müde, resigniert und traurig. Ich habe das Gespräch mit den Menschen gesucht und unter vier Augen von ihrer Verzweiflung über die katastrophale Saison und ihre Angst vor der Zukunft erfahren.

Nein, da kann ich mich nicht abends "amüsieren" - so, als ob alles wie einst wäre. Ich käme mir dabei schäbig vor...
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Re: Saison 2017

Beitragvon Beslira » 6. Jan 2017, 13:02

Nein, da kann ich mich nicht abends "amüsieren" - so, als ob alles wie einst wäre. Ich käme mir dabei schäbig vor...


zu diesem Thema könnte ich einige vorherige Beiträge eins zu eins übernehmen. Danke...

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Re: Saison 2017

Beitragvon alanya_fuchs » 6. Jan 2017, 13:06

Nur noch ein letzter Satz dazu:
Nicht das hier der Eindruck entsteht, ich würde diese Veränderung in der TR gut heißen, akzeptieren oder tolerieren.
Ganz das Gegenteil ist der Fall. Ich war 40 Jahre gewerkschaftlich tätig, davon 20 Jahre im Betriebsrat und in der Vertrauensleuteleitung. Da habe ich eine eigene Vorstellung von Demokratie und Bürger/Arbeitnehmerrechten, die mit diesem Land nicht konform gehen können. Jede negative Veränderung bereitet mir fast körperliche Schmerzen.
... und ich sage es ganz deutlich: Die Wiedereinführung der Todesstrafe oder Übergriffe auf Residenten wären für mich hier das Ende!!
Das Böse geschieht von leichter Hand und unbemerkt, erst viel später ist der Mensch entsetzt und verwundert über das, was er getan hat.
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Re: Saison 2017

Beitragvon Beslira » 6. Jan 2017, 13:30

Nicht das hier der Eindruck entsteht, ich würde diese Veränderung in der TR gut heißen, akzeptieren oder tolerieren.


@AF,

ich glaube nicht nur ich habe dich hier richtig verstanden. Und an die wenigen die es noch nicht verstanden haben. Jeder der will soll in der Türkei Urlaub machen oder auch wohnen so viel und lange er möchte. Es gibt aber einige die vielleicht sogar gerne möchten aber aus innerer Überzeugung nicht können - das ist alles.

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Und nun noch ein Speschel für Hidayet und andere Kreuzfahrer:

Welche Reedereien meiden 2017 die Türkei - teilweise oder ganz:

- Aida Cruises: Die Reederei aus Rostock hat seit längerem die Türkei komplett aus dem Reiseprogramm genommen. Im aktuellen Katalogzeitraum bis April 2018 gibt es laut einer Sprecherin keine Anläufe.

- MSC: Auch diese Reederei hat die Türkei komplett gestrichen - und zwar auch für das gesamte Jahr 2018. „Wir haben uns gegen Anläufe entschieden“, hatte Deutschland-Geschäftsführer Michael Zengerle im Dezember erklärt. „Die geopolitische Situation ist nicht so, dass wir es für richtig halten, dorthin zu fahren.“

- Tui Cruises: Das Unternehmen hat bereits 2016 angekündigt, in diesem Frühjahr Istanbul nicht anzulaufen. Eine Entscheidung für den Herbst ist laut einer Sprecherin noch nicht gefallen. Weiterhin im Fahrplan stehen jedoch die türkischen Häfen Antalya, Kusadasi und Marmaris, die von vier Schiffen der Flotte angelaufen werden. Der Ein- und Ausschiffungshafen ist jeweils Antalya im Süden des Landes. Dort ist die Lage nach den Worten der Sprecherin weiterhin ruhig. Man beobachte die Situation jedoch und werde gegebenenfalls reagieren.

- Hapag-Lloyd Cruises: Nur zwei Anläufe in der Türkei für das ganze Jahr 2017 stehen bei Hapag-Lloyd Cruises auf dem Programm: einer im Mai in Marmaris und einer im Juni in Antalya. Man beobachte die Situation in der Türkei genau und richte die Entscheidungen nach den Empfehlungen des Auswärtigen Amtes, erklärte eine Sprecherin. Istanbul stand für 2017 ohnehin nicht im Tourenplan.

- Costa: Auch Costa hat keine Türkei-Anläufe mehr im Programm. Zuletzt hatte die Reederei im vergangenen Herbst angekündigt, die „Costa neoRiviera“ stattdessen ins westliche Mittelmeer zu verlegen.

- Princess Cruises: streicht Türkei aus Routenplänen.Alternativ werden im Sommer 2017 Häfen in Griechenland und Montenegro angelaufen

Quelle

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Re: Saison 2017

Beitragvon santiago » 6. Jan 2017, 14:04

alanya_fuchs hat geschrieben:... und ich sage es ganz deutlich: Die Wiedereinführung der Todesstrafe oder Übergriffe auf Residenten wären für mich hier das Ende!!


Ein Übergriff auf uns und unseren deutschen Nachbar im September 2015
in Atakent (Nähe Silifke) auf der D 400 haben wir knapp überlebt damals. Mein Nachbar hatte eine MA Nummer und ich ein Schweizer Kennzeichen am Auto. (Zum Glück nur Sachschaden an den Autos je zwischen 2'000 - 3'000 Euro umgerechnet).
Inzwischen haben wir beide unsere Wohnungen verkauft.
Ein zweites mal möchten wir so etwas nicht mehr erleben.

Im letzten September 2016 überfiel man meinen holländischen Nachbar (MA Kennzeichen) im Feierabendverkehr in Mezitli nachdem er im Forum weggefahren war auf der D 400. Auch er ist daran nach über 12 Jahren seinen türkischen Wohnsitz auf zu geben. Solche unschöne Geschichten wird man zukünftig noch mehr hören. Die vielzitierte türkische Gastfreundschaft kann es ja nicht gewesen sein.....
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