Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Erwaehnenswertes aus Anamur und dem Dorf Çataloluk, in welchem wir wohnen.

Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon walteranamur » 8. Feb 2013, 21:02

Hier ein Bildbericht über den Stand der Arbeiten am Damm, dem Verlegen der Wasserleitungen zu Lande und den bereits vorbereiteten Rohren für die "schwimmende" Leitung nach Zypern. Hier handelt es sich um Polyäthilen-Rohre von jeweils 500 Metern Länge.

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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon walteranamur » 31. Mai 2013, 10:32

Inzwischen ist die Staumauer des Alaköprü-Staudammes so weit fertig gestellt. Hier Bilder dazu.

Verheerend sieht es rund ums Anemurium aus, da ist einfach die ganze Gegend eine riesige Baustelle. Dazu wird dann am 20. Juni, zur Eröffnung der Universitätsolympiade in Mersin ein spezieller Beitrag kommen....
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon walteranamur » 25. Dez 2013, 21:31

..inzwischen hat man begonnen, die ersten 1,5 Kilometer Rohr im Meer zu versenken. Diese sind fest auf dem Grund montiert, anschliessend soll dann das "schwebende System" zur Anwendung kommen. Bilder

Ärger gibt es inzwischen für die Menschen, welche ihre Dörfer wegen des Stausees räumen müssen. Ihre Häuser sind nicht fertig, das was man hinstellt hat mit dem Leben von früher gar nichts mehr zu tun. Die am bau beschäftigten Arbeiter wiederum klagen, sie hätten seit zwei Monaten kein Geld mehr gesehen. Auf Nachfrage erklärt die zuständige Firma in Ankara, sie hätte damit nichts zu tun, dafür sei eine Subakkord-Firma zuständig... Ja, so wird das Geld irgendwie verteilt....und allen ist offenbar egal, dass da auch Schwarzarbeiter aus Syrien beschäftigt sind, Hauptsache die Kasse stimmt...
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon santiago » 13. Apr 2014, 20:36

Heute Nachmittag waren wir im Göksu-Delta. Auf dem grossen Braksee dort ist eine riesengrosse Menge von Kunstoffrohren deponiert.
Jemand sagte uns, dies seien die Röhren für die Wasserleitung nach Zypern.

Vielleicht sind diese Röhren dort nur zwischengelagert ?
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon klaus6970 » 14. Apr 2014, 18:45

santiago hat geschrieben:Heute Nachmittag waren wir im Göksu-Delta. Auf dem grossen Braksee dort ist eine riesengrosse Menge von Kunstoffrohren deponiert.
Jemand sagte uns, dies seien die Röhren für die Wasserleitung nach Zypern.

Vielleicht sind diese Röhren dort nur zwischengelagert ?


So ist es. Die einzelnen Rohre sind L=10m D=1500 mm. Sie werden zu Längen von ca. 500 m zusammengefügt und dann auf dem Seeweg zur Baustelle geschleppt, wo sie weiter montiert werden. Zur Zeit wird der Abschnitt bis 250 m Wassertiefe bearbeitet und eingebaggert. Es handelt sich ja um 80 km Pipeline, macht pi x Daumen 8000 Rohre.

Der landgebundene Teil, bestehend aus gusseisernen Rohren der gleichen Abmessungen, ist bereits fertig. Er verläuft von der neuen Talsperre (Nähe Ala Köprü) quer durch die Anamur-Schwemmlandbucht nach Ören, Nähe Anamuryum.

Der anschließende schwimmende Abschnitt wird jetzt vorbereitet. Im Übrigen empfehle ich, den üblichen Scheißhausparolen der Medien über nicht gezahlte Löhne etc. nicht zu glauben. Z.B. syrische Arbeitskräfte: Man lässt sie halt nicht Lagern vergammeln, sondern sie dürfen normal arbeiten. Warum also nicht auch auf solch einer Baustelle. Auch Ortsansässige finden hier Arbeit.

Für diese Pipeline wird wohl eine weltneue Technologie eingesetzt, Komplikationen kann man da wohl nicht ganz ausschließen, Siehe D (Energiewende).
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon klaus6970 » 14. Apr 2014, 19:22

walteranamur hat geschrieben:..inzwischen hat man begonnen, die ersten 1,5 Kilometer Rohr im Meer zu versenken. Diese sind fest auf dem Grund montiert, anschliessend soll dann das "schwebende System" zur Anwendung kommen. Bilder

Ärger gibt es inzwischen für die Menschen, welche ihre Dörfer wegen des Stausees räumen müssen. Ihre Häuser sind nicht fertig, das was man hinstellt hat mit dem Leben von früher gar nichts mehr zu tun. Die am bau beschäftigten Arbeiter wiederum klagen, sie hätten seit zwei Monaten kein Geld mehr gesehen. Auf Nachfrage erklärt die zuständige Firma in Ankara, sie hätte damit nichts zu tun, dafür sei eine Subakkord-Firma zuständig... Ja, so wird das Geld irgendwie verteilt....und allen ist offenbar egal, dass da auch Schwarzarbeiter aus Syrien beschäftigt sind, Hauptsache die Kasse stimmt...


Hej Walter, wußte gar nicht, dass Du jetzt auf "BILD"-Niveau arbeitest. Vor Ort kennt niemand diese Räuberpistolen. "haberanamur" ist auch nicht gerade ein Medium von besonderer Wahrhaftigkeiz
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon santiago » 14. Apr 2014, 19:57

Danke Klaus6970
für Deine ausführliche Info.
Bin gespannt auf den weiteren Verlauf der Wasser - Pipline nach Zypern. Ein sehr gutes Projekt.
Eigentlich könnte ja Norzypern dann auch Südzypern (EU) mit Wasser beliefern ?
Vielleicht geschieht dies dann ja auch ?
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon klaus6970 » 15. Apr 2014, 09:27

santiago hat geschrieben:Danke Klaus6970
für Deine ausführliche Info.
Bin gespannt auf den weiteren Verlauf der Wasser - Pipline nach Zypern. Ein sehr gutes Projekt.
Eigentlich könnte ja Norzypern dann auch Südzypern (EU) mit Wasser beliefern ?
Vielleicht geschieht dies dann ja auch ?


Dem Vernehmen nach war das wohl auch vorgesehen. Dann wurde ruchbar, dass das erforderliche Reservoir zu einer Wellness-Oase werden sollte. Dafür sei das kostspielige Nass aber nicht verfügbar, hieß es von der anderen Seite. Gegenwärtiger Stand nicht bekannt, nur Israel soll auch Interesse angemeldet haben.
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Das Zypern-Projekt: Kein Geld mehr?

Beitragvon walteranamur » 30. Apr 2014, 19:11

Hallo in die Runde

Die nächste Nachricht aus der Räuberpistole, lieber Klaus ;) . Die Firma, welche diese Rohre fabriziert und im Meer verlegen sollte, hat Konkurs angemeldet. Es handelt sich um Kutay insaat. Obwohl die Firma bereits vor einigen Monaten aus dem Konsortium ausgeschieden ist, wollen nun Gläubiger offenbar Werte sicher stellen. Schauen, was der Staat macht, um die Bauarbeiten nicht unterbrechen zu müssen.

Die Gründe sind nicht ganz klar. Laut Firma wurden über 500 Mio TL in Projektarbeiten gesteckt und irgendwie ist jetzt kein Geld mehr da... In einer anderen Quelle heißt es, die Firma beantrage Aufschub der Konkurseröffnung.

Die Geschichte mit den Häusern: Auch da ist diese Firma beteiligt. Sie hatte hatte den Auftrag, so "nebenbei als Zugabe" diese Häuser für die Umsiedlungen zu bauen und soll dafür auch Geld erhalten haben.

Der Auftrag wurde dann an syrische Sub-Unternehmer vergeben, welche aber - und das war damals die Meldung - ihre Arbeiter nicht bezahlen konnten, weil niemals Geld geflossen ist...

http://www.yeniduzen.com/Haberler/haber ... boru/37700
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon santiago » 30. Apr 2014, 21:34

Seltsamerweise sind nun die etwa 50 Meter langen Kunststoffwasserröhren auf dem Braksee im Göcksudelta nun zusammenmontiert.

Jede Bahn misst etwa 1 Kilometer wie wir vor 5 Tagen mit eigenen Augen gesehen haben. Dies sind bestimmt 25 Km.

Da wurde zwischenzeitlich viel gearbeitet.

Geld muss wie ich denke doch vorhanden sein. Hoffen wir doch, dass es auch dicht ist.
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Re: Das Zypern-Projekt: Kein Geld mehr?

Beitragvon klaus6970 » 1. Mai 2014, 15:19

walteranamur hat geschrieben:Hallo in die Runde

Die nächste Nachricht aus der Räuberpistole, lieber Klaus ;) . Die Firma, welche diese Rohre fabriziert und im Meer verlegen sollte, hat Konkurs angemeldet. Es handelt sich um Kutay insaat. Obwohl die Firma bereits vor einigen Monaten aus dem Konsortium ausgeschieden ist, wollen nun Gläubiger offenbar Werte sicher stellen. Schauen, was der Staat macht, um die Bauarbeiten nicht unterbrechen zu müssen.

Die Gründe sind nicht ganz klar. Laut Firma wurden über 500 Mio TL in Projektarbeiten gesteckt und irgendwie ist jetzt kein Geld mehr da... In einer anderen Quelle heißt es, die Firma beantrage Aufschub der Konkurseröffnung.

Die Geschichte mit den Häusern: Auch da ist diese Firma beteiligt. Sie hatte hatte den Auftrag, so "nebenbei als Zugabe" diese Häuser für die Umsiedlungen zu bauen und soll dafür auch Geld erhalten haben.

Der Auftrag wurde dann an syrische Sub-Unternehmer vergeben, welche aber - und das war damals die Meldung - ihre Arbeiter nicht bezahlen konnten, weil niemals Geld geflossen ist...

http://www.yeniduzen.com/Haberler/haber ... boru/37700


Da wird bestimmt wieder viel schwadroniert. Mit ein paar Kleinigkeiten kann ich aber dienen:
Die Röhren (Landabschnitt) tragen die Zeichen chinesischer Herstellung (made in China), für den Wasserabschnitt kenne ich den Hersteller nicht, muss ich erst am Strand noch mal schauen, da liegen seit der Spatenstich-Bambule noch Muster. Kutay Insaat ist eher nicht der Hersteller sondern ist der Bauträger Landverlegung und Zusatzbauwerke, das meiste davon ist fertig. Kutay ist aber noch hier und versaut uns die Fahrwege mit seinen Baggern und Riesenkippern. Alles freut sich auf die neuen Straßen nach der Fertigstellung :hallo3: ;)

Der Wasserabschnitt ist noch in Bewegung, Saugbagger, Arbeitsschiffe sind noch da. Wird aber nicht von Kutay gemacht. Auch Schüttmaterial für den Rohrgraben bis 250 m Tiefe wird noch heran- und eingebracht. Was weiter draußen los ist, kann nicht genau gesehen werden, diverse Arbeitsschiffe sind aber zugange.

Wenn bei Santiago die Röhren verschwunden sind, müssten sie jetzt ja fast drüben sein. Ursprünglich wollte man ja im Mai fertig werden.

Santiago: Die Dichtigkeit dürfte nicht das Problem sein. Im Landabschnitt sind die Rohre nur zusammengesteckt, mit speziellen Gummidichtungen. Der Innendruck hält sowas von alleine dicht, Gusseisenrohre kann man ja auch nicht schweißen. Die Kunststoffrohre werden mit speziellen Vorrichtungen auf Stoß zusammen(geschweißt - geklebt?)gefügt. Die langen Enden sicher auf Arbeitsschiffen auf See.

Soweit vom Bau. Man hört in letzter Zeit (sicher auch hervorgerufen durch schneearmen Winter und ungewöhnlich geringe Niederschläge) Befürchtungen, dass das Projekt andere Schäden nach sich zieht. Da das Wasservolumen des Hauptspenders Dragon River nicht ausreichen soll, seien mit Kanälen, Sperrwerken, Tunneln u.a.m. auch eine Reihe anderer Bäche und Flüsse angezapft worden.
Die hiesigen Bananen- und Erdbeerbauern sind natürlich auf reichlich Grund- und Oberflächenwasser angewiesen (und daran gewöhnt). In Strandnähe befindliche Bananen-Gewächshäuser hätten schon eine leichte Versalzung des Grundwassers festgestellt, weil das Meerwasser hereindrücke (könnte auch eine Ente sein)
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon walteranamur » 11. Feb 2015, 20:51

Inzwischen wächst der Stausee in Anamur.Bilder aus den Dörfern Akine und Ormancik.

Wenn ich mich nicht irre wird es auch Zeit :cherrysmilies148: , dass der See voll wird. Irgendwann wurde doch versprochen, dass im März 2015 Wasser aus den Rohren in Zypern fließen sollte....
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon santiago » 27. Apr 2015, 21:01

Waren heute unterwegs zwischen Silifke und Tasucu im Göksu-Delta.

Da muss einiges wohl geschehen sein, seit letztem Oktober und heute.

Auf dem Bracksee waren nur noch wenige hundert Meter montierte Wasserleitungen zu sehen. Sicher mind. 3/4 schon verbaut.

Weiss jemand hier, wenn diese Wasserleitung nach Zypern fertig ist '
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon walteranamur » 28. Apr 2015, 13:46

Nun, mit dem Termin ist es so eine Sache. Es gibt da verschiedene Versionen:

7. März 2014 alles fertig, Wasser fließt nach Zypern.

7. März 2014 alles fertig: "İnşallah işler hep yolunda gidecek ve Allah'ın izniyle Sayın Başbakan Erdoğan'ın ilan ettiği üzere 7 Mart 2014'te, normalden bir yıl önce, yine benim bir doğum günümde, her şey tamamlanarak su Anavatan'dan Kıbrıs'a akmaya başlayacak. Beni, tüm halkımızı, tüm ulusumuzu sevince, gurura boğacaktır" dedi."

Geplant war 2015, auf Drängen der Politik 2014 und jetzt muss man weiter schauen, was wird. Das Tempo ist so oder so beeindruckend. Entscheidend ist meiner Meinung nach nicht das Eröffnungsdatum, sondern die Frage, ob das alles dauerhaft funktioniert.
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Re: Staudamm, Rohre zu Land und zu Wasser. Das Zypern-Projekt

Beitragvon santiago » 1. Mai 2015, 11:16

Dauerhaft funktionieren gibt es nirgends auf der Welt.
Service und Unterhalt müssen regelmässig gemacht werden.

Für die Türkei ist es ja immerhin eine grosse Einnahme (Geldquelle).

Der Eisenbahn Tunell unter dem Bosporus in Istanbul ist auch (noch) dicht...
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