Sarrazin

Initiativen von und Diskussionen um Auslaender. Neue Gesetze zum Thema Auswanderer. Aktivitaeten und İnitiativen von Türken in Deutschland.

Sarrazin

Beitragvon walteranamur » 27. Jul 2011, 09:09

Er wird wieder aktiv mit seinen Thesen, welche natürlich auch im Zusammenhang mit Norwegen als "Wegbereiterthesen" bei vielen Kommentatoren Erwähnung finden.

In der faz.net hat sich jemand dieser Thesenangenommen und zerpflückt Sarazins pauschlisierendes Denken. Interessant, dass es sich beim Autoren um ein CDU-Mitglied handelt. Ach ja, Sarazin darf sich ja weiter SPD-Mitglied nennen.

Intelligenz gibt es auch in der Uckermark

Was aber ist Sarrazins methodischer und intellektueller Grundfehler? Was kennzeichnet seine Auseinandersetzung mit Bade? Es sind die „gruppenbezogenen Unterschiede“, mit denen er Defizite zu analysieren versucht – so ausdrücklich wieder in seinem Artikel vom 7. Juli. Sarrazin sieht den Menschen selten als Individuum, sondern erklärt alle Defizite „gruppenbezogen“.


Dabei geht es zuerst gar nicht um Muslime. Die erste These seiner Intelligenzforschung lautet, „dass die in Schwaben lebenden Menschen durchschnittlich einen höheren Intelligenzquotienten haben als jene in der Uckermark“. Die deutsche Bundeskanzlerin aus der Uckermark hat also laut Sarrazin ein gruppenbezogenes Intelligenzproblem.

Als Angehörige einer anderen Gruppe kann sie allerdings punkten, da seine zweite gruppenbezogene Intelligenzanalyse nämlich Katholiken als weniger intelligent einstuft als Protestanten – jedenfalls historisch. Da sich Intelligenz vererbe, würden die schlauesten Protestanten Pfarrer. Und da evangelische Pfarrerskinder in „geräumigen Pfarrhäusern bei guter Ernährung auch überdurchschnittliche Überlebenschancen“ hatten, sei die Intelligenz auf dem Erbweg also trotz Uckermark auch auf die Pfarrerstochter Merkel gekommen. Bei den Katholiken habe das Zölibat „eine Vermehrung dieses Teils der intelligenten Bevölkerung verhindert“. Deshalb seien noch in den sechziger Jahren die deutschen Professoren zum weit überwiegenden Teil evangelisch gewesen.


Sollen Taxifahrer lieber nicht an Gott glauben?
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Re: Sarrazin

Beitragvon walteranamur » 28. Jul 2011, 11:36

..und dazu eine unglaublich klingende Geschichte, hier der Volltext

Auszug:

Trojaner im öffentlichen Diskurs

Güner Balci ist eine hochbegabte Fernsehjournalistin und Schriftstellerin. Sie wollte sich die Fallen einmal ansehen. Ein Jahr nach dem Ereignis, so glaubte sie, kann man einmal fragen, was von Sarrazin bleibt. Schon vor Monaten erkundigte sie sich, ob man bereit sei, mit ihr für eine im Auftrag des RBB verfasste Dokumentation vor der Kamera zu reden. Jakob Augstein fragte sie offenbar, Thilo Sarrazin und auch mich. Ein Jahr ist ein guter Rezeptionsparameter. Der Pulverrauch hat sich verzogen, und man könnte noch einmal feststellen, dass Sarrazins Buch kein Buch im klassischen Sinn ist, sondern ein Trojaner, geeignet, die Codes des öffentlichen Diskurses zu hacken.

Ein Buch, das beispielsweise seinen Kronzeugen Sir Francis Galton den „Vater der frühen Intelligenzforscher“ nennt und keine Silbe – um das noch einmal zu wiederholen – darüber verliert, dass Galton zuerst und vor allem der Erfinder der Eugenik war und aus ihr erst seine Intelligenzthesen ableitete. Das ist ungefähr so, als sagte man von einem Drogendealer, er sei der Vater der Suchtprävention.

Ein ominöser Diebstahl

So in etwa verlief das Gespräch mit Frau Balci vor den Kameras des RBB. Sie hatte mittlerweile für das ZDF den kleinen Film „Sarrazin in Kreuzberg“ gedreht. Der spielte aber keine Rolle. Vier Tage später meldete sich die Produktionsfirma. Es sei eine Katastrophe passiert. In der Firma sei eingebrochen worden, die Sarrazin-Bänder alle gestohlen, man bitte darum, noch einmal kommen zu dürfen. Weil die Zeit dränge, aber ohne Frau Balci.

Kein angenehmes Gefühl, wenn ungeschnittenes Material und dann auch noch zu Sarrazin auf dem grauen Markt gehandelt wird. Wer stiehlt Interviews? Türkische Nationalisten, die Güner Balci fast mehr bekämpfen als Thilo Sarrazin? Die Gegenseite, die ihm die Publicity neidet? Thilo Sarrazin selbst?


Sarrazin im Kreuzberger Kulturkampf: Szene aus Balcis „Aspekte”-Beitrag
Güner Balci ist wie vom Donner gerührt. Sie wisse nichts von einem Diebstahl. Sie wisse nur, dass sie am nächsten Tag zum RBB bestellt sei, weil man ihr den Film entziehen wolle. Anwälte seien dort auch.


Wer spricht dauernd von Meinungsfreiheit und "Wir sind Deutschland". Das kriegt plötzlich einen ganz anderen Sinn...
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Re: Sarrazin: Späte Rüge

Beitragvon walteranamur » 18. Apr 2013, 21:07

Nun wird da doch noch etwas zurecht gerückt. Wieder waren es türkische Organisationen, welche das durchklagen mussten:

Ein Interview in der Zeitschrift "Lettre International" im Jahr 2009 schlug hohe Wellen: Thilo Sarrazin, damals noch im Vorstand der Bundesbank, behauptete dort, dass ein Großteil der türkischen Bevölkerung keine produktive Funktion außer dem Obst- und Gemüsehandel erfülle. Er unterstellte ihnen gar eine kollektive, aggressive Mentalität zu fördern und Deutschland durch eine höhere Geburtenrate erobern zu wollen.

Unter anderem in diesen Aussagen sieht der Cerd die Vorstellung rassischer Überlegenheit und eine Aufstachlung zur Rassendiskriminierung.

Schutz vor rassistischen Äußerungen
Ähnlich sah das der Türkische Bund Berlin-Brandenburg (TBB) bereits 2009 und stellte Strafanzeige gegen Sarrazin wegen Volksverhetzung und Beleidigung. Doch die Staatsanwaltschaft stellte das Verfahren ein. Der TBB wendete sich an die Generalstaatsanwaltschaft, doch auch diese sah Sarrazins Äußerung durch die Meinungsfreiheit gedeckt.


Der ganze Beitrag aus dem stern
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Re: Sarrazin

Beitragvon walteranamur » 19. Apr 2013, 08:19

Hallo Ruhrie

Eine wirtschaftliche Bewertung eines Landes an Hand seiner Produkte, welche es entwickelt ist meiner Auffassung nach völlig unbedenklich, hat auch nicht im entferntesten mit Rassismus zu tun.

Anders sehe ich es, wenn Menschen, welche in Deutschland leben, in eine Schublade gepackt und etikettiert werden, obwohl sie da keineswegs hineinpassen und das klingt dann eben so:

behauptete dort, dass ein Großteil der türkischen Bevölkerung keine produktive Funktion außer dem Obst- und Gemüsehandel erfülle. Er unterstellte ihnen gar eine kollektive, aggressive Mentalität zu fördern und Deutschland durch eine höhere Geburtenrate erobern zu wollen.

Gelinde gesagt, billige Stimmungsmache, oder eben Rassismus, Ausgrenzung einer Bevölkerungsgruppe mit Argumenten, welche nicht zu halten sind. Wäre interessant zu wissen, wer damals Sarazins Büros gereinigt hat....

Wenn man nun Anti-Rassismus-Gesetze hat, steht es natürlich jedermann zu, sich darauf berufend, an die Gerichte zu wenden. Dass dies bei dieser Thematik Türken sind, finde ich auch logisch.
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Re: Sarrazin

Beitragvon Beslira » 30. Aug 2018, 14:12

Sarrazin, der Mann fürs Grobe, weiß wann man ein Buch herausgeben sollte.

Das Datum ist kein Zufall: Thilo Sarrazins neues Buch erscheint am 30. August. Auf den Tag genau acht Jahre nach seinem ersten und politisch höchst umstrittenen Bestseller "Deutschland schafft sich ab".

Titel des neuen Buches "Feindliche Übernahme - Wie der Islam den Fortschritt behindert und die Gesellschaft bedroht"

500 Seiten Islamkritik.

Er verstört natürlich wieder die Linken und Liberalen und die SPD-Mitglieder fordern promt den Parteirauswurf, obwohl das damals schon nicht geklappt hat.

Eine von vielen Quellen

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